Kempten
Seine Bilder fordern den Betrachter heraus

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Es gibt Besucher, die schauen sich die 27 Bilder, die Wolf Maurer im Foyer des Fürstensaals in der Kemptener Residenz zeigt, im Schnelldurchlauf an, als müssten sie in zwei, drei Minuten den Bus noch erreichen. Und es gibt andere, die stehen staunend vor den monochromen, meist zweigeteilten und zweifarbigen Werken, wiegen den Kopf und spüren fasziniert den gedämpften Farbflächen nach. Maurer, der heuer den seit 2001 vergebenen Kollegenpreis des Berufsverbandes Bildender Künstler (BBK) Schwaben Süd erhielt, kennt diese Reaktionen auf seine Werke. «Man muss sich auf meine Bilder einlassen, auf ihre Farben, Strukturen und Oberflächen», sagt der 68-Jährige.

Einen Querschnitt seines Schaffens aus den Jahren 2005 bis 2009 zeigt der Füssener im Rahmen der BBK-Jahresausstellung, die im angrenzenden Hofgartensaal zu sehen ist (siehe eigener Artikel).

1989 hatte Wolf Maurer den Kunstpreis der Stadt Kempten erhalten. Der Kollegenpreis hat für den Füssener nun einen ganz besonderen Stellenwert: «Er ist eine kompetente Anerkennung durch Künstlerkollegen», freut er sich.

Nach dem Studium an der Kunstakademie München in den 60er Jahren wirkte Maurer 31 Jahre lang (bis 2004) als Kunsterzieher am Gymnasium in Hohenschwangau. «Ich habe mich früher viel mit Gegenständlichem, auch mit Akten beschäftigt, aber irgendwann sucht man seinen eigenen Weg.

» Und sein künstlerischer Weg führte ihn weg von Landschaften und Figürlichem, weg von allem, was Assoziationen hervorruft. «In meinen Bildern wird dem Betrachter nicht vorgegeben, was er zu sehen hat», sagt Maurer.

Ja, irgendwie sei es auch eine Reaktion auf die Reizüberflutung unserer Zeit, etwa auf das Fernsehen, das den Zuschauer mit visuellen und akustischen Reizen bombardiert, müde und mürbe macht. Im Kern geht es in seinen aktuellen gegenstandslosen Arbeiten um die Dualität zwischen zwei Flächen, die er in gedämpften Farben in Verbindung zueinander setzt. «Farbe braucht eine gewisse Ausdehnung , um Wirkung zu zeigen», sagt Maurer. Ob Schwarz, Grau oder Rot - jede der Flächen hat bei ihm ein Eigenleben, das sich aber erst dem geduldigen Betrachter erschließt.

Sand, den der Maler auch aus dem heimatlichen Lechfeld bezieht, kommt oft zum Zug und verleiht den Bildern eine filigrane Tiefenstruktur. Davon, aber auch von leisen Farbverläufen, horizontalen oder vertikalen Spalten und Linien leben Maurers Bilder.

Auf Suche nach neuem Atelier

Eine meditative Ruhe geht von ihnen aus. Doch den Künstler Maurer, der seit 13 Jahren mit seiner Frau Christel im ehemaligen Kloster St. Mang in Füssen wohnt und hier auch einen Kunstraum für Ausstellungen unterhält, treibt eine Unruhe um. Denn aufgrund der bevorstehenden Landesausstellung 2010, musste er sein Atelier im Kloster räumen.

«Seit einem Jahr suche ich nun schon nach einem geeigneten und bezahlbaren Atelier», erzählt Wolf Maurer und man spürt, wie sehr ihm, diesem Maler der Ruhe, dieser Notstand zu schaffen macht.

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