Reiseverhalten grundlegend verändert

Kempten(mic). - Seit dem 11. September 2001 hat sich das Reiseverhalten vieler Deutscher verändert. Darauf hat auch die Reisebranche reagiert. Peter-Mario Kubsch, Geschäftsführer und Inhaber des Münchner Reiseveranstalters Studiosus, referierte an der Kemptener Fachhochschule über das Studiosus-Sicherheitsmanagement. Organisiert hatten den Vortrag das Competenz-Centrum Reiserecht und die Studiengruppe Fremdenverkehr Allgäu der Fachhochschule. 'In Krisen muss die Sicherheit der Reisenden über kurzfristigen wirtschaftlichen Aspekten stehen', sagt Peter-Mario Kubsch. Reiseländer wie Kenia, Indonesien oder Saudi-Arabien habe Studiosus daher aus dem Programm genommen. Wichtigste Informationsquelle für die Reisesicherheit ist laut Kubsch das Auswärtige Amt. Problematisch sei jedoch sogar hier: Aus diplomatischer Rücksichtnahme würden häufig keine Reisewarnungen ausgesprochen.

Als Beispiel nennt der Studiosus-Chef Israel: 'Sie werden beim Auswärtigen Amt keine Reisewarnung für Israel finden. Wenn sie aber die Sicherheitshinweise genau lesen, stellen sie fest: Eigentlich kann man dort längst nicht mehr hinfahren.' Ähnlich sieht es aus mit den Auskünften der Botschaften vor Ort. Häufig stünden sie unter massivem Druck der jeweiligen Länder. Wichtigster Punkt beim Studiosus-Sicherheitsmanagement sei es daher, zwischen den Zeilen zu lesen und die Aussagen der Informanten richtig zu interpretieren und zu bewerten. Bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001 war man von einem permanenten Tourismus-Wachstum ausgegangen. In den letzten drei Jahren verbuchte die Reisebranche jedoch Verluste von 15 bis 20 Prozent an Reisegästen. Bei einer Umfrage hielten laut Kubsch 49 Prozent der Reisenden die persönliche Sicherheit für 'besonders wichtig', nur 34 Prozent hingegen geringe Kosten. 'Ängste sind bei den Reisenden da', sagt Kubsch. Motto von Studiosus sei es: 'Sie nicht aufzugreifen, ist der falsche Weg'.

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