Prügeleien: Schule handelt sofort

Memmingen(sh). - Zwei Memminger Sechstklässler haben einen 13 Jahre alten Mitschüler so verprügelt, dass dieser mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus musste. Wie die Polizei gestern berichtete, hatte ein Mädchen die Buben angestiftet. Mit der 13-Jährigen habe es schon öfter Probleme gegeben. Sie sei beteiligt gewesen, als im Dezember eine weitere Schülerin verprügelt wurde. Die Schule hatte daraufhin sofort reagiert und die Polizei eingeschaltet. Als es dann erneut zur Gewalt kam, griff laut Polizei das Jugendamt ein: Das Kind soll die Schule wechseln. 'Man darf bei so etwas nicht wegschauen, sondern muss frühzeitig eingreifen', sagt Schulleiter Willi Seitz. Gespräche mit Schülern und Eltern, der Polizei und Erziehungsberatern - das ist alles in der Memminger Schule durch diesen Fall ins Rollen gekommen, erzählt Seitz. Die ersten Probleme mit dem Mädchen hatte es laut Bernd Rettensberger von der Memminger Polizei im Dezember 2003 gegeben.

Auf dem Weg zum Bus angegriffen Damals hatte die 13-Jährige einen Bub dazu gebracht, eine Mitschülerin mehrfach in den Magen zu schlagen. Das Opfer musste daraufhin ins Krankenhaus. Der Täter war der Siebtklässler, der dann später selbst zum Opfer wurde. Von Anfang an hatte die Polizei sich mit dem Fall beschäftigt. Dennoch kam es dann zu dem neuerlichen Fall sich Ende Januar: Auf dem Weg zum Bus sei der Bub von den beiden anderen Kindern angegriffen und unter anderem auf den Kopf geschlagen worden. Mit einer Gehirnerschütterung musste das Kind drei Tage lang in eine Klinik. Auch dabei sei die 13-Jährige die Anstifterin gewesen, so Rettensberger. 'Die Schule hat von Anfang an mit uns und dem Jugendamt zusammengearbeitet', berichtet der Polizist. 'Ich bin seit drei Jahren Schulleiter, so ein Fall ist mir in dieser Zeit vorher nicht untergekommen', so Schulleiter Seitz.

'Zum Gesprächsthema machen' 'Wir haben jedenfalls klargestellt, dass Gewalt nicht entschuldbar ist und dass wir sie auf keinen Fall akzeptieren.' Mit allen Betroffenen habe man über die Angelegenheit gesprochen - und die beiden Sechstklässler hätten sich entschuldigt. Seitz: 'Man bekommt Gewalt nur in den Griff, wenn man sie im Unterricht offen zum Gesprächsthema macht.'

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