• 30. November 2016, 16:29 Uhr
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Ermittlungen
Polizei führt Drogen-Razzien in Kemptener Asylbewerberheimen durch

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(Foto: Martina Diemand)

In zwei Asylbewerberheimen in Kempten (Rübezahlweg und Duracher Straße) haben Mittwoch Nachmittag zeitgleich umfangreiche Razzien stattgefunden. Über 100 Polizeibeamte sowie Rauschgift-Spürhunde waren im Einsatz.

Bei zwei zeitgleichen Razzien in Asylbewerber-Unterkünften in Kempten hat die Polizei am Mittwoch Marihuana und Heroin sichergestellt. Es habe Hinweise darauf gegeben, dass in den Wohnheimen im Rübezahlweg und in der Duracher Straße Rauschgift verkauft worden sei, sagte der Kemptener Polizeiinspektions-Chef Günter Hackenberg.

'Auch an Minderjährige, und da hört der Spaß wirklich auf.' Ausgangspunkt des jetzigen Einsatzes war der Fall eines 22-jährigen Senegalesen, der mittlerweile vom Landgericht Kempten zu drei Jahren Haft verurteilt worden ist. Ihm wurde eine große Zahl von Drogenverkäufen an Minderjährige nachgewiesen. Die Razzien und die Auswertung dauerten Mittwoch Abend noch an.

Mittwoch Nachmittag, 13.51 Uhr: Über 100 Polizeibeamte fahren vor den Flüchtlingsunterkünften vor. Einen konkreten Verdacht auf Drogenhandel gibt es laut Polizei gegen acht Männer im Alter zwischen 21 und 31 Jahren. Sie sollen Drogen in kleineren Mengen aus den Unterkünften heraus verkauft haben. Dem Vernehmen nach sind in den beiden Wohnheimen Flüchtlinge aus mehr als zehn Nationen untergebracht.

Es geht auch um Abschiebungen

'Wir haben auch noch Abschiebehaftbefehle im Gepäck', sagt Hackenberg. Und einen weiteren ganz schlimmen Verdacht: Gesucht wird nach wie vor ein Unbekannter, der am frühen Samstagmorgen in Kempten versucht hatte, . Der Täter hat vermutlich eine Bisswunde, die ihm die Frau zugefügt hatte. Nachdem ihr der Mann nachgestellt und sie geschlagen hatte, flüchtete der Täter. Er hatte sich offensichtlich gestört gefühlt, als in einem Mehrfamilienhaus Lichter angingen.

15 Uhr vor der Unterkunft in einer ehemaligen Schule in der Duracher Straße: Polizisten halten zwei dunkelhäutige Passanten an, durchsuchen sie. Die beiden Männer müssen ihre Taschen vorzeigen, die Schuhe ausziehen. 'Was ist denn hier los?', fragt ein in der Nachbarschaft wohnender Mann und deutet auf die vielen Polizei-Einsatzfahrzeuge im Hof der ehemaligen Schule und auf einem angrenzenden Parkplatz. Viele weitere Beamte sind derweil in der Unterkunft im Einsatz.

Eine nach der anderen verdächtigen Wohnungen wird inspiziert. Hunde sollen dabei helfen, Rauschgift aufzuspüren. Zum Beispiel Hector, der Schäferhund von Polizist Thomas Mötzel. Nachdem er in den Wohnungen als Spürnase eingesetzt wurde, sucht er jetzt das Gelände vor den Fenstern der verdächtigen Wohnungen ab.

Der Verdacht: Bei Betreten des Hauses durch die Polizisten könnten Dealer Rauschgift aus den Fenstern geworfen haben, um diese Beweisgegenstände zu entsorgen. Spürhund Hector ist auf verschiedene Drogen ausgerichtet. Sobald er etwas findet, wie jetzt eine Tüte mit verdächtigen Spuren, schlägt er an und bringt es seinem Herrchen. Dafür bekommt er sein Spielzeug als Belohnung.

Am Abend meldet sich eine Betreuerin der Flüchtlinge zu Wort. Sie sagt: Die Polizei habe in den Zimmern der Menschen alles durcheinander geworfen und einen 'Saustall' hinterlassen. Inspektionschef Hackenberg dagegen bekräftigt: 'Es geht primär um die Unterbindung des Rauschgifthandels an Minderjährige.'

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