Ottobeurer Handballer behalten die Nerven

Von unserem Redaktionsmitglied Michael Denkinger, Ottobeuren - Die Weste des Handball-Regionalligisten TSV Ottobeuren im Jahr 2004 bleibt weiß. Eine Woche nach dem Erfolg bei Langenau/Elchingen gewann das Team von Zoran Tosic gegen Schlusslicht Kronau/Östringen II vor gut 600 Besuchern mit 27:24 (10:10). Um ein Haar hätten sich die Allgäuer gegen den gleichwertigen Gegner aber um ihren Erfolg gebracht. 'Es geht so schnell. Du bekommst ein Gegentor, bist in Unterzahl, triffst selbst den Pfosten - und auf einmal liegst du hinten.' Mit diesen Worten versuchte TSVO-Kapitän Daniel Berkessel nach Spielschluss in Worte zu fassen, was der Anhang der Gelb-Schwarzen in der Ottobeurer Schulturnhalle kurz zuvor mit Kopfschütteln quittiert hatte. Niemand konnte glauben, dass ihr Team einen Vier-Tore-Vorsprung aus der Hand gegeben hatte. Nach dem 23:19 durch Achim Wittlinger war der Faden im TSVO-Spiel plötzlich gerissen; und nach einem vergebenen Siebenmeter von Mihaly More, dem besten Ottobeurer Torschützen des Abends, lief kurzzeitig überhaupt nichts mehr zusammen. 'Das war Abstiegskampf pur', resümierte ein sichtlich erleichterter Zoran Tosic nach der Partie, die vor allem in der ersten Halbzeit nur Mittelmaß bot: Nickligkeiten, Ballverluste, Hektik und relativ wenig Tore bekamen die Zuschauer in den ersten 30 Minuten einer Begegnung zu sehen, die der Trainer des TSV Ottobeuren als richtungsweisend bezeichnet hatte: Fünf Punkte aus den ersten drei Spielen des Jahres hatte Tosic gefordert; 'hätten wir heute verloren, dann wären wir richtig hinten drin gestanden'.

Dass es nicht dazu kam, war in einer nervenaufreibenden Schlussphase vor allem zwei Akteuren zu verdanken - Kapitän Berkessel und Tormann Andreas Gondro. 23:23 zeigte die Anzeigetafel, als der TSVO versuchte, einen Akteur in Schussposition zu bringen. Die Zeit machte den Gastgebern jedoch einen Strich durch die Rechnung, so dass es nur noch eine Möglichkeit gab - einen Torwurf. Berkessel war es, der den Mut hatte, hochstieg, und sich dann in der Luft dazu entschied, einen Richtungswechsel einzuschlagen. Ein Haken, ein Wurf - 24:23! Zweieinhalb Minuten waren noch zu spielen. Den Ausgleich konterte erneut Berkessel, als er im Sturzflug zum 25:24 vollstreckte. Als Herbert Tschugg zum 26:24 traf, bebte die Halle, alles schien gelaufen. 'Ich glaube, wenn der Gondro den Siebenmeter nicht gehalten hätte, wäre es nochmal eng geworden', äußerte sich ein Zuschauer nach dem Spiel zu einer weiteren Schlüsselszene 40 Sekunden vor Schluss. Doch Torwart Gondro, der wie Armin Königsperger glänzend hielt, wehrte ab. Jörg Müller-Loennies machte im Gegenzug alles klar für den TSV Ottobeuren, der auf Johannes Lang und Markus Schneider hatte verzichten müssen. TSV Ottobeuren: Königsperger, Gondro; Pearce (1 Tor), Tschugg (3), Müller-Loennies (4), Kotschmar (1), Polyfka, Döres, Berkessel (6), More (9/5 Siebenmeter), Wittlinger (3).

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