Allgäu
Nur wenig Müll bleibt für die Tonne

Bayern ist beim Trennen von Abfällen «Deutscher Meister» - in keinem anderen Bundesland werden so viel Wertstoffe wiederverwertet. Im Allgäu liegen die Quoten sogar noch deutlich über dem Bayernschnitt. «Die Einstellung der Menschen zum Thema Mülltrennung und Wertstoffe hat sich in den vergangenen Jahren extrem gewandelt», sagt Christian Oberhaus, Geschäftsleiter des Zweckverbandes für Abfallwirtschaft Kempten (ZAK).

Wiederverwertung

Lag die Verwertungsquote in Bayern zu Beginn der 90er Jahre noch bei durchschnittlich 24 Prozent, so erreicht der ZAK in seinem Zuständigkeitsgebiet Kempten sowie den Landkreisen Oberallgäu und Lindau heute eine Quote von 77 Prozent (bayernweiter Schnitt etwa 70 Prozent). Gleiche oder annähernde Werte erreichen das Ost- (77 Prozent) und das Unterallgäu (75 Prozent. Noch höher liegt der Anteil des der Wiederverwertung zugeführten Mülls in den Stadtgebieten von Kaufbeuren (84 Prozent) und Memmingen (80 Prozent).

Mit einer Neuerung will der ZAK zum einen die eigene Quote in den nächsten Jahren noch einmal um zwei bis drei Prozent erhöhen, zum anderen soll das Sammeln von Kunststoffverpackungen für die Bürger einfacher werden. Seit dem 1. Januar gibt es im Gebiet des Zweckverbandes den sogenannten Wertstoffsack, der etwa im Ostallgäu bereits eingeführt ist.

Bisher mussten die Bürger das Material nach Sorten getrennt sammeln und zu den Wertstoffhöfen bringen. Ab dem nächsten Jahr werden alle Kunststoff- und Verkaufsverpackungen gemeinsam in den neuen grünen Säcken gesammelt und abgegeben. Da die Trenntechnik heute so weit fortgeschritten ist, werden die Wertstoffsäcke zur Sortieranlage transportiert und erst dort zum Teil automatisch in die einzelnen Fraktionen getrennt.

«Das neue System mit dem Wertstoffsack bedeutet weniger Aufwand für den Bürger», sagt Christian Oberhaus. Wenngleich die Anfahrt zum Wertstoffhof bleibt - ganz bewusst, wie Oberhaus sagt. «Wir wollen die Menschen mit einbinden.

» Die Qualität des Sammelgutes ist laut Oberhaus dadurch höher, zumal Säcke mit unzulässigem Inhalt am Wertstoffhof nicht angenommen werden.

Weiterhin nach Sorten trennen

Als einziger Landkreis behält das Unterallgäu mindestens bis zum Jahr 2012 sein System bei und lässt Verkaufsverpackungen weiterhin nach Sorten getrennt von den Bürgern an die Wertstoffhöfe bringen. «Das System ist bewährt und hat bei der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz», sagt der Leiter der kommunalen Abfallwirtschaft, Anton Bauer. Den Vorschlag der Verwaltung, einen Wertstoffsack einzuführen, habe der Umweltausschuss abgelehnt, sagt Bauer.

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