Natürlich vermisse ich das Skispringen

Von unserem Redaktionsmitglied Birgit Klimke, Wiggensbach - 'Skispringen war jahrelang das Allerwichtigste für mich. Und ich vermisse es natürlich.' Heidi Roth sitzt im Wohnzimmer ihres elterlichen Hauses in Wiggensbach - hinter ihr hängen Fotos aus aktiven Zeiten. Sie war viele Jahre lang Deutschlands erfolgreichste Skispringerin und holte national und international tolle Erfolge. Ihr größter war der dritte Platz in der Gesamtwertung der Vierschanzen-Tournee der Frauen, mit dem sich die Oberallgäuerin im Jahr 2000 endgültig in der Weltspitze etabliert hatte. Das alles ist Vergangenheit, obwohl die Sportlerin gerade einmal 19 Jahre alt ist. 'Ich muss jetzt an meine Ausbildung denken. Das ist nun mal so - und es ist mir auch sehr wichtig.' Als Heidi Roth sechs Jahre alt war, fing sie mit dem Skispringen an. In ihren erfolgreichen Jahren hat sie fast täglich trainiert, sowohl im Sommer als auch im Winter. Hinzu kamen zahlreiche Lehrgänge und Trainingslager des Deutschen Skiverbands, die oft unter der Woche stattfanden. Damals wurde sie von der Schule freigestellt - das geht heute jedoch nicht mehr. Vor einem Jahr begann die Wiggensbacherin eine Ausbildung zur Fremdsprachen-Korrespondentin in der Kemptener Berufsfachschule. Die macht ihr viel Spaß, doch der Lernaufwand - vor allem vor Prüfungen - ist so groß, so dass sie keine Zeit mehr für regelmäßiges Training findet. Höchstens einmal in zwei Wochen fährt sie noch zur Hasenberg-Schanze nach Isny, um mit den anderen ihres Vereins SV Casino Kleinwalsertal zu springen. Ansonsten hält sie sich zu Hause fit, macht Krafttraining oder geht joggen. Denn so ganz und gar hat die Wiggensbacherin das Skispringen noch nicht aufgegeben. Beim Nachtspringen in Isny und Oberstdorf will sie auf jeden Fall dabei sein. Für größere Wettkämpfe reicht es aber nicht mehr, sagt sie. 'Wenn man eine Weile ausgesetzt hat, ist der Trainingsrückstand zu groß. Außerdem ist es auf Dauer ein sehr teurer Sport, wenn man nicht mehr im Kader ist.' Irgendwann wird sie deshalb das Springen ganz aufgeben. 'Das ist schon traurig - ich habe diesen Sport ja fast mein Leben lang gemacht.'

Wieder mehr Zeit für Freunde Ein kleiner Trost für Heidi Roth ist, dass es anderen Mädchen aus ihrer ehemaligen Damen-Mannschaft genauso geht. 'Es gibt gar keine richtige Mannschaft mehr. Viele mussten wegen der Ausbildung aufhören.' Und es gibt noch einen Vorteil: Die 19-Jährige kann sich nun wieder mehr auf sich und ihre Freunde konzentrieren. 'Dafür habe ich in den letzten Jahren wirklich kaum Zeit gehabt.'

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