Kriminalität
Nach Drogen-Razzien in Kemptener Asylbewerberheimen: 300 Gramm Marihuana und Bargeld sichergestellt

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Nach den zeitgleichen Razzien in zwei Asylbewerberheimen in Kempten am Mittwochnachmittag hat die Polizei am Donnerstag Bilanz gezogen. Demnach seien 300 Gramm Marihuana und 20 Gramm einer noch unbekannten Substanz sichergestellt worden. Möglicherweise handle es sich um Heroin. Insgesamt ergingen 19 Anzeigen wegen verschiedener Delikte.

Die richterlich angeordneten Wohnungsdurchsuchungen waren nach Polizeiangaben notwendig, weil es Hinweise auf einen Drogenhandel in den Unterkünften gab.

Nachweislich sei Rauschgift auch an Minderjährige verkauft worden, sagte der Kemptener Polizeiinspektionschef Günther Hackenberg. Ein Verkauf von Drogen an Jugendliche wiege besonders schwer und könne keinesfalls geduldet werden, betonte er.

Hintergrund sind auch Befürchtungen, dass sich in den Unterkünften eine Drogenszene etablieren könnte wie in den 90er Jahren im sogenannten Kunz-Haus in Kempten. In diesem als Asylunterkunft genutzten Gebäude war 1997 eine Sicherheitsfirma mit Zugangskontrollen beauftragt worden, um den Drogenhandel zu unterbinden. Dennoch kam es auch danach immer wieder auch zu Polizeiaktionen.

Wer sind die Lieferanten?

Die jetzigen Durchsuchungen sollen nach den Worten Hackenbergs vor allem auch Signalwirkung haben. Sichergestellt wurden zudem 7800 Euro Bargeld und Handys, die jetzt ausgewertet werden. Dabei geht es darum, wer die Hintermänner des Drogenhandels sind.

Einige Unterkünfte, in denen sich niemand befand, brach die Polizei gewaltsam auf und durchsuchte sie. Eine schwangere Bewohnerin erlitt einen Schwächeanfall und wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

Gefunden wurde das Rauschgift in fünf Verstecken unter der Erde. Dort sei es in vorgefertigten Portionen für den Verkauf gelagert worden, teilte die Kemptener Polizei weiter mit. Dies deute auf die Absicht hin, den Stoff in kleinen Einheiten weiterzuverkaufen. Spürhunde hatten die Beamten zu den Verstecken geführt.

Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen, nachdem ein 22-jähriger Senegalese wegen Drogengeschäften festgenommen worden war. Er verbüßt inzwischen eine dreijährige Haftstrafe, zu der ihn das Kemptener Landgericht verurteilt hat. "Die Polizei wird die Szene weiter intensiv beobachten", kündigte Hackenberg an.

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