Nach dem Schlusspfiff kommt noch das Auslaufen

Von Stefan Binzer, Kempten - 39 Jahre bestimmte er die Geschicke des Allgäuer Zeitungsverlages (AZV) in Kempten mit. Noch viel länger dauert seine Liebe zum Fußball: Gestern wurde AZV-Prokurist und Verlagsleiter Manfred Müller (63) in der 'Kultbox' der Big Box Allgäu in den Ruhestand verabschiedet. Eine ruhige Kugel wird der Hobby-Kicker trotzdem nicht schieben. Denn er bleibt der Zeitung und einigen Organisationen noch als Berater erhalten. 'Die heutige Verabschiedung gleicht zwar einem Schlusspfiff, aber ein guter Fußballspieler geht nach Spielende zum Auslaufen und dreht noch einige Platzrunden', blieb AZV-Geschäftsführer Markus Brehm während seiner Laudatio in der Sportlersprache. So wird Müller seine Erfahrung und sein Wissen weiterhin für den AZV in die Nordische Ski-Weltmeisterschaft 2005 in Oberstdorf einbringen, Geschäftsführer des Marketing-Club Allgäu bleiben und auch dem City-Management Kempten zur Seite stehen. Und in Kalle Riedles Fußball-Schule wird Müller im Management beratend tätig sein. 1941 in Freiburg (Breisgau) geboren, begann Manfred Müller zunächst eine Assistentenlehre bei der Deutschen Bundesbahn. Damals war er auch begeisterter Fußballspieler im offensiven Mittelfeld bei den Amateuren des FC Freiburg. 1960 wechselte er als Verlagskaufmann zur Badischen Zeitung. Dann wollte Müller, wie Brehm weiter erzählte, eigentlich nur für zwei Jahre die Wirtschafts- und Verwaltungsakademie in Kempten besuchen und in dieser Zeit weiterhin in einem Zeitungsverlag tätig sein. So war für ihn am 1.

Juli 1965 'Anpfiff' für sein Gastspiel beim AZV, das dann noch eine 37-jährige Verlängerung nach sich zog. Zunächst als Mitarbeiter in der Anzeigenabteilung eingesetzt, habe Müller durch Eigeninitiative und Kreativität eine hohe Verkaufsleistung erziehlt und sei 1981 zum Verkaufsleiter ernannt worden, so Brehm. 1986 folgte die Berufung zum Anzeigenleiter, 1988 erhielt Müller Gesamtprokura. Seit 1998 war er Verlagsleiter. Nach Müllers Ausscheiden werden die Verlagsgeschäfte künftig von den Leitern der Bereiche Anzeigen, Vertrieb und Lesermarketing gemeinsam im Team geführt. In seiner Zeit beim AZV wirkte Müller ganz entscheidend mit an der Entstehung des Wochenblattes 'extra'. Er organisierte den Anzeigen-Außendienst neu und verwirklichte das Freizeitmagazin 'allgäu weit'. Auch bei der Planung und Errichtung des Allgäuer Medienzentrums vor den Toren Kemptens spielte Müller laut Brehm eine wichtige Rolle. Für die Gesellschafter des AZV dankte Andreas Scherer, Geschäftsführer der Augsburger Presse Druck, Müller für die kooperative Zusammenarbeit im Verbund mit der Augsburger Allgemeinen. Mitherausgeber Georg Fürst von Waldburg zu Zeil lobte den scheidenden Verlagsleiter für 'den persönlichen Einsatz und dass das Herz immer dabei war.' Dr. Elmar Holzer ('Der Westallgäuer' und Holzer Druck und Medien Weiler) bestätigte im Namen der Heimatverleger Müller eine 'stete Fairness' und überreichte an den Fußball-Fan eine Tribünen-Ehrenkarte für den SC Freiburg. Müller selbst war am Ende ob der 'vielen anerkennenden Worte, die gut getan haben, etwas sprachlos'.

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