Nach 90 Sekunden war er drin

Von unserem Redaktionsmitglied Jürgen Lutz, Kempten - 'Es kann durchaus sein, dass es ein kleiner Vorteil für uns ist, auf Kunstrasen zu spielen, weil wir aufgrund der Schneeverhältnisse bei uns wochenlang darauf trainieren mussten', sagte Klaus Felder, Trainer des Fußball-Landesligisten FC Kempten, vor der Partie gegen das Schlusslicht TSV Schwabmünchen. 'Lassen wir es einfach mal so stehen', fügte der Übungsleiter der Allgäuer an. Gerade mal 90 Sekunden waren gespielt, da ließ Bülent Yener nach einem Zuckerpass von Lucian Craciunescu auf der rechten Seite alles liegen und stehen, passte auf Kapitän Alex Sauer im Strafraum quer und drin war das Ding zum 1:0 für den FCK.

Zögerliche Bewegungen Es war der ansehnliche Auftakt zu einem unansehnlichen Spiel auf dem Nebenplatz des Illerstadions, das am Ende in der Kategorie 'Zittersieg' abgelegt wurde. Fußballerische Akzente kamen viel zu kurz. Die Akteure hatten mehr mit ihrer eigenen Standfestigkeit zu kämpfen, als mit Gedanken an etwaige Kabinettstückchen. Zögerliche, abgebrochene Bewegungen, resultierend aus dem Kampf mit dem rutschigen Untergrund aus Kunstrasen, waren gepflegtem Fußballspiel abträgig. Bis sich die Gäste auf die Platzverhältnisse eingestellt hatten, hätten sie gut und gerne schon 0:3 hinten liegen können. Doch der FCK vergab vor der Pause mehrere gute Chancen. Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich die Partie mehr und mehr zu einem Zitterspiel, weil der designierte Absteiger aus Schwabmünchen mit viel Einsatz und Laufbereitschaft aufwartete. Den Sieg rettete FCK-Keeper Stefan Metz mit einer tollen Parade, als er den Ball aus dem Winkel über die Latte bugsierte (75.). Glück hatte er, als Konrad Spatschek nach einem Konter nur um Haaresbreite daneben schoss (83.). 'Spaß hat es heute keinen gemacht. Es war einfach zu rutschig. Der Platz war besser, als er noch feucht war. Heute war er zu trocken', sagte FCK-Routinier Michael Dinauer, der mit 40 Jahren doppelt so alt ist wie die Mehrzahl seiner Mitspieler. 'Aber wir mussten heute unbedingt spielen, da wir ja schon mit fünf Begegnungen im Rückstand sind'.

'Kindergarten' steht auf dem Platz Über die Begleitumstände, die zum Sieg für den FCK führten, wollte Felder wenig Worte verlieren. 'Das Wichtigste war, dass wir mit einem Sieg nach der langen Pause gestartet sind. Im Grunde konnten wir heute nur verlieren. Schwabmünchen hat schon zehn Punkte Rückstand auf den Vorletzten und konnte befreit aufspielen, vor allem nach dem frühen Rückstand. Morgen fragt keiner mehr danach, wie wir gewonnen haben. Hauptsache, wir haben die drei Punkte'. Nun hat der FCK zwei Wochen Zeit (am nächsten Spieltag spielfrei), sich auf Rasen zu akklimatisieren. P. S.: Als Dinauer und kurz vor Schluss auch noch Sauer (vermutlich Zerrung) aus dem Spiel waren, stand ein regelrechter 'Kindergarten' für den FCK auf dem Feld. Durchschnittsalter: Nur etwas mehr als 21 Jahre.

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