Allgäu
Mitten im Winter gehts auf eine warme Klanginsel

Das ist nicht unbedingt die erste Adresse: Im Münchner Stadtteil Hasenbergl erblickte einst Willy Astor das Licht der Welt. Dort entscheidet in aller Regel die Größe der Muskeln und die Wucht des Faustschlages, wer recht behält bei einer Diskussion und wer sich letztlich durchsetzt. Nun war der kleine Wilhelm schon damals, in den 60er Jahren, keine besonders opulente Gestalt, sondern eher das, was man dort gemeinhin ein Grischperl nennt. Willy Astor ist dennoch nicht untergegangen und hat nach der Schule brav seine Lehre als Werkzeugmacher begonnen. Doch nach zwei Jahren der Lehrzeit machte sich so ein seltsames Gefühl in ihm breit und er ahnte bereits: «Das kann ich nicht mein ganzes Leben lang machen.»

Aus dem Werkzeugmacher und dem späteren Maschinenbautechniker ist ein vielseitiger Künstler geworden. Zum Beispiel ein Gitarrist, der mit seinen musikalischen Freunden und dem Programm «Sound Of Islands» am 15. Januar in Lindau gastiert und einen Tag später im Festspielhaus Füssen.

Willy Astor. Der Mann erinnert an eine Wundertüte, in die es sich hineinzugreifen lohnt. Allerdings weiß man vorher nie, was nachher rauskommt. Anders ausgedrückt: Es gibt den Kabarettisten Astor, der mit allerhand Klamauk das Publikum in Stimmung versetzt; oder den Wortakrobaten, der mit fantasievollen Wortkreationen und in atemberaubender Geschwindigkeit die Leute immer wieder aufs Neue verblüfft; oder den Komponisten, dem die Ideen zum verträumten Klangzauber nicht auszugehen scheinen.

Schon 1983 hatte Willy Astor damit begonnen, Lieder und Prosatexte zu schreiben. Die, erinnert er sich, seien einfach so aus ihm herausgesprudelt. Und an dieser Tätigkeit fand er mit zunehmender Dauer einfach mehr Spaß als daran, an einer Werkzeugbank zu stehen oder jeden Morgen in ein Büro zu gehen.

«Ich wollte Künstler werden», sagt Astor heute. Das habe er deutlich gespürt. Und weil sein Kopf jeden Tag neue Ideen produziert, setzte er sich eines Tages auf den Hosenboden und an seinen Schreibtisch und fing an, an einem Buch zu schreiben. Das Resultat: «Unverrichter der Dinge - Humor direkt vom Erzeuger» (2006) sowie das Heft «Willy Astor fürs LacherFeuer - 32 Songs zum Selberspielen» (2007).

In diesen Tagen ist der Gitarrist auf Tour mit Martin Kälberer (Piano, Percussion), Titus Vollmer (Gitarre) und Kiko Pedrozo (Harfe) und bietet Melodien mit jazzigen Einflüssen.

Karten für Lindau (Stadttheater) am 15. Januar (20 Uhr) unter 08382/ 944650; für Füssen am 16. Januar (19.30 Uhr) bei den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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