Allgäu
Mit hochgezogener Augenbraue

Lassen wir zunächst den Künstler selbst zu Wort kommen - Volker Pispers, zum Ersten: «Die Wahlen sind frei, kostenlos, manche sagen sogar, sie sind umsonst.» Zum Zweiten: «Man kann beim besten Willen nicht sagen, dass wir Deutschen nichts für die Armen tun. Wir gehen sogar so weit, dass wir arme, mittellose Menschen, die sich zu uns verirrt haben, kostenlos wieder in ihre Heimat zurückfliegen.»

Und zum Dritten: «Es gibt Dinge, die kann man nicht sehen, die muss man glauben. Und es gibt Dinge, die muss man sehen und kann sie nicht glauben. Und es gibt Politiker, da kann man nicht glauben, dass die noch einer sehen will.»

Ja ja, dieser Volker Pispers kann, wenn er seine Augenbrauen nach oben zieht, ganz schön gemein sein. Deshalb ist der studierte Theologe vom Niederrhein vermutlich auch kein Pfarrer oder Religionslehrer geworden, sondern Schauspieler und Kabarettist. Auf der Bühne kann er sich austoben - zum Beispiel am 25. Februar (20 Uhr) in Immenstadt. Dort oben nimmt er kein Blatt vor den Mund und spricht aus, was ihm auf dem Herzen liegt. Zum Beispiel, dass er den Einsatz von Steuergeldern seltsam finde.

Weshalb man die mitunter in ebenso große wie marode Bankinstitute hinein buttert, anstatt damit schulische Einrichtungen gut auszustatten, wolle einfach nicht in seinen Kopf.

Solange es jene gebe, die an der Macht sind und die anderen, die mehr oder weniger zuschauen müssen, was die Mächtigen entscheiden, würden die Kabarettisten nicht aussterben, glaubt Pispers. In einem Interview hat er es einmal so ausgedrückt: «Wenn Kabarett überhaupt eine Funktion hat, dann ist es die eines Sprachrohrs der Ohnmächtigen. Also derer, die keine Macht haben.»

Ergo: Der Mann auf der Bühne muss seinen Bogen spannen und die Giftpfeile in Richtung der aktuellen Regierung abschießen. Da ist Flexibilität gefragt, und so musste Pispers lange Zeit gegen den «schwarzen» Helmut Kohl stänkern und anschließend, ohne groß zu verschnaufen, gegen den «roten» Gerhard Schröder. Kein Problem, sagt Pispers. Bissig könne man in alle Richtungen sein. Seine zahlreichen Auszeichnungen zeigen, dass er sein Metier beherrscht. Unter anderem in seiner Sammlung: das «Memminger Maul» aus dem Jahre 1998.

Und auch zum Schluss wollen wir den Mann mit der scharfen Zunge zu Wort bitten - Pispers, zum Vierten: «Keine Sorge! Die Regierung hat die Probleme im Griff. Sie kriegt sie nur nicht wieder los.»

Karten für Pispers Auftritt am 25. Februar (20 Uhr) im Rahmen des Immenstädter Sommers im Hofgartensaal in Immenstadt unter 08323/8628.

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