Mineralwasser-Pleite: Durststrecke vorbei

Oberstdorf/Oberstaufen (pts). - Die Durststrecke nach der Pleite bei der Vermarktung von Oberstdorfer Mineralwasser scheint überwunden zu sein. Einstimmig hat der Gemeinderat ein Vertragswerk mit 'Franken-Brunnen' (Neustadt/Aisch) als potentem Partner aus der Wirtschaft gebilligt, sodass eine schon versiegt geglaubte Einnahmequelle doch noch sprudeln kann. Der nach eigenen Angaben größte Mineralwasser-Produzent Bayerns will 15 Millionen unterm Nebelhorn investieren. Allerdings wird man sich den Gesundbrunnen unter der Marke 'Allgäuer' mit Oberstaufen teilen müssen. Der Traum des früheren Bürgermeisters Eduard Geyer, unter den 'Allgäuer Rohstoffen' Landschaft, Luft und Wasser das mit besten Werten versehene Nass aus den Tiefen des Trettachtals als 'Schatz vom Christlessee' heben zu können, war kurz vorm Ende seiner Amtszeit jäh geplatzt. Der ausersehene Partner, bei dessen Gesellschaft das kommunale Wasserwerk mit einer Einlage von 300000 Euro eingestiegen war, ging in Konkurs. Die kommunalen Vorleistungen mit der Brunnenstube, einer zwölf Kilometer langen und 1,5 Millionen Euro teuren Leitung bis zur geplanten Abfüllstation auf einem bereits abgeholzten Auwald-Areal im Norden des Oberallgäuer Tourismusorts liegen seitdem brach. Nun hat der Mittelstandsbetrieb aus Mittel-franken (Jahresumsatz zuletzt 135 Millionen Euro), das in Südbayern sowie im südlichen Baden-Württemberg besser präsent sein will, den Nutzen davon. Schon im Frühjahr 2006 will der Mineralbrunnen die ersten PET-Flaschen mit Oberstdorfer Mineralwasser abfüllen, kündigte der Generalbevollmächtigte Norbert Machauer in der jüngsten Ratssitzung an. Bürgermeister Thomas Müller und die Kommunalpolitiker sind zutiefst erleichtert. Immerhin darf man eine Erbbaupacht für die Grundstücke kassieren und kann maximal 120000 Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr verkaufen. Nach dem Abgelten aller Verluste und Vorleistungen winkt ab 2015 sogar Gewinn im Gemeindesäckel, schätzt der Rathaus-Chef.

Gemeinsames Allgäuer Wasser Allerdings hat sich auch ein Wermutstropfen dem kristallklaren Wasser beigemischt. Oberstdorf wird nicht mehr das erhoffte touristische Einmaligkeits-Merkmal fürs hiesige Mineralwasser haben. Denn Franken-Brunnen will nach dem Einstieg als Großaktionär bei der 'Allgäuer Alpenwasser AG' in Oberstaufen (Oberallgäu) ein Gemeinschaftswerk schaffen und 'Allgäuer Mineralwasser' aus beiden Quellen schöpfen. Langfristig gesehen soll es 100 Millionen Füllungen pro Jahr an beiden Standorten geben, sagte der Bevollmächtigte bei der tags darauf stattgefundenen Aktionärsversammlung im Schrothkurort. Dort hatten Kleinaktionäre gegen die neue personelle Dominanz von Franken-Brunnen in Vorstand und Aufsichtsrat massiv opponiert.

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