Milchwerk-Skandal: Anklage erhoben

Hawangen/Augsburg | hku | Die Liste der Vorwürfe ist lang: Gewerbsmäßiger Betrug, gewerbsmäßige Untreue, Urkundenfälschung, Steuerhinterziehung: Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben gegen die frühere Buchhalterin des Milchwerks in Hawangen (Unterallgäu).

Die Angestellte, die Kontovollmacht besaß, soll zwischen 2003 und 2005 insgesamt 49 ungedeckte Schecks eingelöst und auf diese Weise über eine Million Euro beiseite geschafft haben. Laut den Ermittlungen habe die Frau auf den Schecks die Unterschrift des Büroleiters gefälscht, sagt Pressesprecher Matthias Nickolai von der Augsburger Staatsanwaltschaft.

Zum Vorwurf der Steuerhinterziehung wolle er sich nicht näher äußern, da bis zur Verhandlung das Steuergeheimnis gelte. Das Milchwerk aber hat zu den Vorkommnissen bereits vor einiger Zeit Stellung genommen. Nach Darstellung des Unternehmens hat die heute 49-jährige Frau das Finanzamt um über eine Million Euro betrogen und so die Summe ausgeglichen, die sie im Milchwerk veruntreut hatte. Durch fiktive Buchungen sei es ihr gelungen, dass die Behörde dem Unternehmen zuviel Vorsteuer rückerstattete (wir berichteten mehrfach). Der Termin für den Prozess gegen die 49-Jährige steht noch nicht fest.

Auch gegen andere Milchwerk-Mitarbeiter standen Vorwürfe im Raum. So wegen einer Schwarzkasse oder der angeblichen Manipulation bei der Erfassung von Milchmengen. Hier werde keine Anklage erhoben, so Nickolai. Entweder seien die Vorwürfe verjährt oder man könne die Taten nicht zweifelsfrei nachweisen oder es handle sich um einen Fall von geringer Schuld.

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