Rettenberg
Liftbetreiber weist Schuld von sich

«Die angeblich schlechte Markierung des Pistenverlaufs, war mit Sicherheit nicht schuld», sagt Liftbetreiber Christian Prinzing. Auch eine Woche nach dem tödlichen Unfall eines 17-Jährigen am Grünten (Oberallgäu), sieht der Liftbetreiber keinerlei Schuld bei sich.

Wie berichtet, war am Sonntag vor einer Woche ein 17 Jahre alter Snowboarder aus dem Landkreis Neu-Ulm bei extrem dichtem Nebel von der Piste abgekommen und einen 60 Meter hohen Abhang hinuntergestürzt. Er konnte von den Einsatzkräften der Bergwacht nur noch tot geborgen werden.

Schwierige Sichtverhältnisse

Die schwierigen Sichtverhältnisse und die mangelnden Markierungen sollen der Grund dafür gewesen sein, dass er sich verirrt hatte. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Betreiber der Grüntenlifte. Es bestehe der Anfangsverdacht einer fahrlässigen Körperverletzung und es müsse geprüft werden, ob der Liftbetreiber die Verkehrssicherungspflichten verletzt hat, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

«Staub aufwirbeln», nennt es Prinzing, was seit dem Unfall geschieht. «Die Alpine Einsatzgruppe der Polizei war da und hat uns aufgefordert, mehr Markierpfosten aufzustellen. Das haben wir gemacht.» In den kommenden Tagen sollen die neuen Markierungen von der Skiwacht des Deutschen Skiverbands (DSV) noch einmal überprüft werden. «Plötzlich war die Markierung unzureichend», sagt Prinzing, «das ist seit 1965 weder der Skiwacht noch der Bergwacht aufgefallen und somit war es natürlich auch uns nicht bewusst. Es ist aber auch noch nie ein Unfall aufgrund der schlechten Markierung geschehen».

Jeder hat Eigenverantwortung

Prinzing findet, dass die Eigenverantwortung des jeweiligen Fahrers auf den Liftbetreiber - also in diesem Falle ihn - abgeschoben wird. «Jeder Fahrer hat diese Eigenverantwortung und muss sich den Sichtverhältnissen anpassen», findet der Rettenberger, «da ist Mitdenken gefragt».

Richtlinien, ab welchen Sichtverhältnissen man den Liftbetrieb einstellen müsste, gibt es nicht. Das liegt im Ermessen des jeweiligen Betreibers. «Kein Allgäuer Liftbetreiber schaltet wegen Nebels seinen Lift aus. Sonst hätten an diesem Sonntag 80 Prozent aller Lifte abgeschaltet werden müssen», meint Prinzing.

Ermittlungen abwarten

Er kann es sich nicht erklären, wie der 17-Jährige überhaupt dort hingekommen war, wo die Bergwacht ihn tot barg. «Er scheint zunächst Richtung Tal gefahren zu sein und hat dann im markierten Bereich die Piste verlassen und sehr weit gequert.» Dies sei unüblich für einen Snowboarder, der keine Stöcke zum Anschieben hat und keinen Schlittschuhschritt machen kann. «Es sind halt doch so oft Snowboarder genau dieser Altersgruppe, die die Piste bewusst verlassen, um im Gelände zu fahren. Dass dies bei dem 17-Jährigen der Fall war, möchte er aber nicht behaupten. Man müsse nun eben die Ermittlungen abwarten, die bei einem Wintersport-Unfall aber nicht unüblich seien.

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