Lebensretter gesucht: Sie zogen Buben aus Bach

Von Birgit Klimke, Weiler - Florian Windsch aus Weiler hatte großes Glück. Doch der Schrecken ist noch nicht ganz verdaut. Als der Achtjährige mit seinem City-Roller von der Schule nach Hause fuhr, rutschte er auf einer Holzbrücke aus und fiel drei Meter tief in den Weilerer Hausbach. Schwimmen kann er nicht. Umso wichtiger war die Hilfe eines Mannes, der den Bub schnell aus dem Wasser fischte. Florian und seine Eltern suchen jetzt nach dem Mann und zwei Frauen, die ebenfalls beherzt reagierten, um sich für ihre Hilfe zu bedanken. Der Vorfall ereignete sich bereits vergangenen Freitag. Erst gestern meldeten sich die Eltern, weil sie die Lebensretter ihres Sohnes suchen. 'Ich will nicht wissen, was passiert wäre, wenn niemand auf die Hilferufe von Florian reagiert hätte', sagt Heiko Windsch. Der Achtjährige fuhr am Freitag wie jeden Tag mit dem Roller von der Grundschule nach Hause. 'Es hat geregnet und alles war nass', erinnert er sich. Als er auf zwei Rollen auf die schmale Holzbrücke einbog, rutschte er seitlich weg, schlitterte unter der untersten Stange des Geländers durch und fiel mitsamt des Rollers und Schulranzens ins Wasser. 'Es war sehr kalt und ich hatte Angst, weil ich nicht stehen konnte', erzählt Florian. Durch den anhaltenden Regen in den Tagen zuvor trug der Bach viel Wasser.

Dank seines Ranzens ging Florian nicht unter, er wurde aber ein Stück mitgerissen und konnte sich erst im flacheren Stück an Steinen halten. Eine nach Florians Beschreibung 'ältere Dame', die seine Hilferufe hörte, rannte bachabwärts, um einen Mann zu verständigen. Dieser legte sich unter das Geländer und zog den Jungen aus dem Wasser. Eine zweite Frau fuhr Florian mit ihrem Auto sofort nach Hause. 'Der Junge war patschnass. Aber es war der Frau egal, wie ihre Sitze danach aussehen. Sie hat ihn einfach eingepackt und bei mir abgeliefert', bewundert Simone Windsch diesen Einsatz. Vor lauter Sorge um ihr Kind habe sie dann aber vergessen, die Helferin nach ihrem Namen zu fragen. Florian kam sofort in die Badewanne. Und außer einem blauen Fleck am Hintern hat er den Unfall gut überstanden. Traurig war er darüber, dass er seinen Roller im Wasser verloren hatte, weshalb er am nächsten Tag 'als Trostpflaster' einen neuen bekam. Erst zwei Tage später, als der Hausbach nicht mehr so trüb war, entdeckte die Familie den Roller. 'Mit einem Gartengerät und einem Seil haben wir ihn rausgeholt', erzählt Florian. Jetzt hat die Familie Windsch nur noch einen Wunsch: Sie möchte sich bei den drei Rettern bedanken. Die Betroffenen sollen sich in unserer Lokalredaktion Weiler unter Telefon 08387/399-29 melden.

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