Lawinenopfer schneller finden

Oberstdorf | mun | Die Ortung von Lawinenopfern mit dem so genannten Recco-System wird durch eine neue Technik deutlich verbessert. Kleiner, leichter und leistungsfähiger: Das ist der weiter entwickelte Recco-Detektor mit integriertem Verschütteten-Suchgerät ('Piepser'). Ein Prototyp wurde gestern auf dem Nebelhorn erstmals in Deutschland der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Recco-Detektoren zur Ortung von Verschütteten sind ausschließlich für professionelle Retter. Im Allgäu sind die Geräte in mehreren großen Wintersportgebieten stationiert. Auch die Bayerische Bergwacht und der Rettungshubschrauber Christoph 17 verfügen über solche Detektoren.

Bereits in den 70er Jahren hatte die schwedische Firma Recco damit begonnen, ein elektronisches Ortungssystem für die Verschütteten-Suche zu entwickeln. Zusammen mit Studenten der Universität Stockholm habe man damals mit verschiedenen Radargeräte experimentiert, schildert Recco-Chef Magnus Granhed aus Schweden. Das Problem: Die Gerätschaften waren anfangs viel zu groß und zu schwer.

Während die ersten Recco-Detektoren Anfang der 80er-Jahre 16 Kilo wogen, sind es derzeit nur noch 1,6 Kilogramm. Die neuen Geräte, mit deren Fertigung in einigen Tagen begonnen wird, wiegen sogar nur noch rund 900 Gramm.

Inzwischen kennen die meisten Wintersportler das Recco-System. Oder aber sie sind damit ausgestattet, ohne es zu wissen. Denn die kleinen Recco-Plättchen mit integrierter dünner Kupferantenne sind in sehr vielen Wintersport-Textilien eingenäht. Zudem gibt es die Recco-Plättchen zum Nachrüsten für knapp 20 Euro pro Paar. Sie können auf die Skischuhe aufgeklebt werden.

Nach Angaben von Bergführer und Bergwacht-Ausbilder Bernd Zehetleitner aus Burgberg gibt es 'einen eindeutigen Trend der Skifahrer weg von der Piste.' Entsprechend seien immer mehr Skifahrer bei entsprechenden Verhältnissen durch Lawinen gefährdet. Zehetleitner: 'Vor allem die Jugendlichen wollen Freeriden mit entsprechenden speziellen Skiern, die breiter und hinter auch etwas hoch gebogen sind.' Nach einer Schweizer Studie ereignen sich 47 Prozent aller tödlichen Lawinenunfälle beim Variantenfahren abseits gesicherter Pisten, 32 Prozent beim Skitourengehen und 21 Prozent beim Bergsteigen. Generell wird neben Recco das Tragen eines Lawinen-Verschütteten-Suchgerätes (LVS) empfohlen. Nur damit ist auch eine Kameradenrettung möglich.

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