Kempten / Memmingen
Kurzarbeit und milde Witterung verhindern Schlimmeres

Die Wirtschaftskrise hat auch im Allgäu deutliche Spuren hinterlassen: 13499 Menschen waren im November arbeitslos - exakt 3999 mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Dass es nicht noch viel schlimmer gekommen ist, dafür machen Experten zwei Ursachen aus. Zum einen habe die ungewöhnlich milde Witterung ein uneingeschränktes Weiterarbeiten in den Außenberufen möglich gemacht. Zum anderen erwies sich das Instrument der Kurzarbeit wie schon in den Monaten zuvor als Glücksfall: «Und für 2010 hat der Gesetzgeber die Erleichterungen bei der Kurzarbeit verlängert, was Planungssicherheit in den Betrieben schafft», freut sich etwa Peter Rasmussen, Leiter der Agentur für Arbeit Memmingen.

Rasmussens Kemptener Kollege Peter Litzka macht in seinem Amtsbereich vor allem das jährlich wiederkehrende Saisonende im Hotel- und Gaststättengewerbe für einen erneuten Anstieg der Erwerbslosenzahlen verantwortlich. 935 Arbeitslose wurden mehr gezählt als im Oktober; 700 oder rund 75 Prozent davon stammen aus den klassisch-starken Tourismusregionen südliches Oberallgäu, dem Raum Füssen sowie der Lindauer Gegend.

Stimmen, die das Ende der Wirtschaftskrise bereits herbeireden wollen, hält Litzka für deutlich verfrüht: «2010 werden wir auf alle Fälle noch zu kämpfen haben.» Und: «Die Arbeitslosigkeit wird noch einmal steigen - aber nicht so stark, wie noch Mitte 2009 befürchtet.» Wer wird unterm Strich zu den großen Verlierern der Rezession gehören? Litzka zögert nicht lange: «Es wird die geringer Qualifizierten und die Gruppe der älteren Arbeitnehmer überdurchschnittlich treffen.

» Insgesamt kann Litzka der letztgenannten Gruppe aber Mut machen. Da im Zuge der demografischen Entwicklung immer weniger Menschen auf den Arbeitsmarkt drängen, «wird man ganz zwangsläufig zunehmend auf ältere Arbeitnehmer zurückgreifen müssen.»

Ob nun aber älterer oder jüngerer Arbeitssuchender, ob nun arbeitssuchender Deutscher oder Arbeitssuchender mit Migrationshintergrund: Ausreichende Qualifizierung, und dazu zähle auch fortwährende Weiterbildung, ist für Litzka das A und O für den Erfolg auf dem Arbeitsmarkt. «Nicht mehr der Jüngere hängt künftig den Älteren ab, sondern der gut Ausgebildete den schlechter Qualifizierten», steht für Litzka außer Zweifel.

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