Ottobeuren
Kunerth-Museum: Planungen ins Stocken geraten

Die Planungen für das Kunerth-Museum in Ottobeuren sind ins Stocken geraten. Der Augsburger Architekt Andreas Matievits, der als Sieger aus dem internationalen Planungswettbewerb hervorging, hat Beschwerde eingelegt gegen die Entscheidung des Gemeinderats, nicht ihn, sondern dem Zweitplatzierten des Wettbewerbs, dem Architekturbüro Lohrer aus Stuttgart, den Zuschlag zu erteilen. Matievits Begründung: Der Gemeinderat habe beim Entscheidungsverfahren nach VOF (siehe Infokasten) Formfehler gemacht.

Mitte Oktober herrschte noch Eitel Sonnenschein. Der Gemeinderat des Marktes samt Bürgermeister Bernd Schäfer und auch Künstler Diether Kunerth waren sich einig: Der Entwurf des Architekten Lohrer aus Stuttgart sei geeigneter, das auf drei Millionen Euro veranschlagte Museum in der Ortsmitte zu realisieren - obwohl Lohrer von der Wettbewerbsjury zuvor nur den zweiten Platz zugewiesen bekam.

Der Erstplatzierte, Architekt Matievits, sah allerdings mehrere Formfehler im VOF-Verfahren, das nach EU-Recht vorgeschrieben ist. Unter anderem bemängelte er die fehlende Transparenz des Verfahrens. Matievits legte Beschwerde ein bei der Vergabekammer, die bei der Regierung von Oberbayern in München angesiedelt ist. «Ich will ein ordentliches und faires Verfahren», sagte er auf Anfrage unserer Zeitung.

Nun hat die Vergabekammer entschieden: Sie wies die Beschwerde von Matievits zurück und gab damit der Gemeinde recht. Ob der Augsburger Planer dagegen bei einem regulären Gericht klagen werde, überlegt er sich. Eine Entscheidung werde er in den nächsten Tagen treffen.

Angst vor Verzögerungen

Bei Bürgermeister Bernd Schäfer und Künstler Kunerth hat Matievits Beschwerde Kopfschütteln ausgelöst. Der Gemeinderat habe sich klar für Lohrer und gegen Matievits ausgesprochen, sagt Schäfer. Selbst wenn die Gemeinde das VOF-Verfahren wiederholen müsste, würde dasselbe Ergebnis herauskommen.

Schäfer wie auch Kunerth haben nun Angst, dass sich der Baustart des Museums, der für 2010 geplant war, verzögert. Damit könnten auch die benötigten Zuschüsse erst später beantragt und abgerufen werden, so Schäfer. Es stelle sich die Frage, ob die Gemeinde diese dringend benötigten Finanzhilfen dann noch bekomme.

«Es ist sehr unangenehm, was Herr Matievits da macht», sagt Diether Kunerth. Allerdings konnte er sich vor einigen Tagen auch freuen: In Augsburg wurde die Diether-Kunerth-Stiftung aus der Taufe gehoben mit einem Vermögensstock von über 50000 Euro. Sie soll helfen, den Betrieb des Museums zu sichern. Kunerth brachte 240 seiner Werke in die Stiftung ein.

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