Kühlsystem sorgt für gleiche Bedingungen

Von unserem Redaktionsmitglied Werner Kempf, Oberstdorf - Noch hat Schanzen-Chef Ralf Schmid mit seinen Helfern alles im Griff. Bei der Präparierung der Heini Klopfer-Flugschanze für den Skiflug-Weltcup (Finale heute und morgen um 15.45 Uhr) lief in den vergangenen Tagen alles nach Plan. Und wegen der heute und morgen prognostizierten Schnee- und Regenfälle 'machen wir uns im Moment noch keine Sorgen', so Schmid gestern. Eine Skiflugschanze flugtauglich zu machen, bedeutet laut Schmid zwar mehr Aufwand, aber die Arbeiten und Handgriffe sind für ihn und die 50 Mitarbeiter die gleichen. Vor zwei Wochen wurde genügend Kunstschnee produziert, um Anlauf, Aufsprunghügel und den Auslauf zu präparieren. 'Der Neuschnee Ende Januar hat ein paar Probleme bereitet', sagt der 38-Jährige. Doch die zuletzt milden Temperaturen hätten dazu beigetragen, dass sich Kunst- und Naturschnee gut vermischt hätten. Kunstschnee sei viel länger haltbar und trotze auch Temperaturen um 15 Grad plus und mehr, sagt der Schanzen-Chef. Auch für die Anlaufspur haben sich die Oberstdorfer bei der warmen Witterung etwas einfallen lassen. Das beim Vierschanzen-Tournee-Auftakt 2002 erstmals eingesetzte Kühlsystem soll sich auch auf der Skiflugschanze bewähren. Bisher hat alles geklappt. Beim Training am Donnerstag und Freitag gab es keine Probleme, berichtet Schmid.

Das Röhrensystem wurde im gesamten Anlauf auf einer Länge von 115 Metern unter der Oberfläche über spezielle Matten verlegt. Für die Temperatur von acht Grad minus sorgt eine biologisch abbaubare Kühlflüssigkeit. Bisher hatten Schneespuren immer den Nachteil, dass sie extrem witterungsabhängig waren. Mit der Neuerung 'sind die Bedingungen für alle Springer gleich', erklärt Schmid. Allerdings nur dann, wenn es nicht schneit. Dann stehen Schmid und seine Helfer bereit, um die Flocken aus der Spur zu räumen. Regen dagegen hätte keine Auswirkungen auf die Anlaufspur. Bei Wind allerdings 'sind auch wir machtlos', sagt der Schanzen-Chef. Beeinträchtigungen diesbezüglich habe es in der Vergangenheit aber nicht gegeben. Die Heini Klopfer-Schanze sei windgeschützt. Allerdings könnte die Verlegung der beiden Wettbewerbe um zwei Stunden nach hinten die Weitenjäger daran hindern, über die 200-Meter-Marke zu fliegen. Liegt der Auslauf in der Sonne, führt das zu Aufwinden und zu weiteren Flügen, erläutert Schmid. Bei einem späteren Beginn ist die Sonne bereits verschwunden. Georg Späth und Co müssen sich auf Rückenwind einstellen. Und den wollen die Skiflieger am allerwenigsten.

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