Allgäu
Katholiken müssen zusammenrücken

In der Stadt Kempten sorgt seit Kurzem eine Umstrukturierung bei den katholischen Pfarreien für Diskussion. Die seelsorgerische Arbeit soll dort stärker vernetzt werden. Die Gründe sind die selben wie überall, wo Pfarreien zusammengeschlossen werden: Es fehlt an Priestern und Geld, fasst Monsignore Peter Guggenberger zusammen. Er ist als Regionaldekan für die Region Kempten, sprich die Landkreise Oberallgäu und Lindau sowie die Stadt Kempten zuständig.

In seinem Gebiet gibt es 112 Pfarreien. Diese sollen nach Vorgabe der Diözese Augsburg zu 32 Pfarreiengemeinschaften zusammengeschlossen werden. 24 gibt es bereits. Die letzten acht werden voraussichtlich in den kommenden fünf Jahren verwirklicht, sagt Guggenberger. «Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass es danach weitere Zusammenlegungen gibt», so der Regionaldekan.

Derzeit existieren zwar weder in der Diözesanregion Kempten, noch in den Regionen Kaufbeuren/Ostallgäu und Memmingen/Unterallgäu konkrete Pläne. Aber die Diözese will ihr pastorales Konzept bis 2025 fortschreiben unter der Annahme, dass die Zahl der Priester weiter sinkt, sagt Regionaldekan Martin Maurer, zuständig für 93 Pfarreien im Unterallgäu. «Dann ist denkbar, dass in den nächsten Jahren weitere Veränderungen anstehen.

» Seit 1998 wurden in seinem Gebiet 16 Pfarreiengemeinschaften gebildet. 21 sind geplant.

Nur noch eine Einzelpfarrei - nämlich Irsee - existiert im Ostallgäu. 27 Pfarreiengemeinschaften sind bereits entstanden. «Bei uns ist die Entwicklung sehr weit vorangeschritten», sagt Regionaldekan Reinhold Lappat. Dennoch sei das wohl noch nicht der «Weisheit letzter Schluss. Die Tendenz geht zu erweiterten pastoralen Räumen», sagt Lappat. Vor allem bei der Verwaltung seien zum Beispiel die Dekanate als zentrale Stellen denkbar, um die Pfarreien zu entlasten.

Leben in Pfarrgemeinden erhalten

Sollten die Pfarreien weiter umstrukturiert werden, «ist nicht daran gedacht, Einzelne einfach aufzulösen», sagt Guggenberger. Um das wirklich auszuschließen, sei es aber wichtig, dass sie durch engagierte Menschen lebendig bleiben. Für Maurer dagegen sind die Signale der Diözese unklar. «Einerseits legt man Wert darauf, dass in den Pfarreien vor Ort das liturgische und diakonische Leben erhalten bleibt. Andererseits läuft es auf eine Zentralisierung hinaus», sagt er und befürchtet: «Das wird gerade in kleinen Gemeinden Ängste wieder aufleben lassen.» Deren Hauptbedenken waren laut Lappat, dass sie sich größeren Pfarreien unterordnen müssen, weniger Gottesdienste stattfinden und große Feste nicht mehr so gefeiert werden wie früher.

Maurer macht jedoch auch Mut, denn bisher seien diese Befürchtungen oft nicht eingetreten. Im Gegenteil: Die Zusammenschlüsse hätten Chancen mit sich gebracht. So seien zum Beispiel größere Veranstaltungen möglich, die eine kleine Pfarrei alleine nicht stemmen könnte. Zudem muss nicht mehr jede Pfarrei alles machen. Stattdessen kümmert sich eine um Jugendarbeit, die andere um Senioren. Auch für Guggenberger sind Zusammenlegungen «nicht abwegig. Aber sie dürfen kein Schnellschuss sein». «Eine Pfarreiengemeinschaft muss zusammenwachsen», sagt auch Lappat.

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