Aachen / Sonthofen
Jubel, Trubel, Heiserkeit

Gerne hätte Hubert Graf (57) seiner Euphorie gestern auch akustisch Nachdruck verliehen. Doch das war dem Manager der Sonthofer Bundesliga-Volleyballerinnen kaum möglich. Seine Stimme war heiser wie bei einem Grippe-Patienten. Mehr als zwei Stunden lang hatte er am Montagabend geschrien, was das Zeug hält. So lange dauerte es, bis die Sonthoferinnen in einem dramatischen Match gegen Alemannia Aachen mit 3:2 ihren ersten Saisonsieg unter Dach und Fach brachten.

Vor 1500 Zuschauern wehrten sie im entscheidenden fünften Satz zwei Matchbälle ab, ehe sie mit 17:15 triumphierten. «Wir sind wieder in der Spur», freute sich Graf gestern mit krächzender Stimme am Telefon. «Dieser Sieg war absolut notwendig. Ich hoffe, dass er dem Team die Leichtigkeit zurückbringt.»

Nach zuletzt acht Niederlagen in Serie fühlen sich die Oberallgäuerinnen durch den Erfolg in Aachen wie von einer Zentnerlast befreit. Doch bis sich die Spielerinnen um Trainer Andreas Wilhelm (40) endlich glückselig in den Armen liegen durften, durchlebten sie ein Wechselbad der Gefühle. Nach vier aufreibenden Sätzen (19:25, 25:22, 19:25, 25:16) lag Sonthofen im fünften Satz bereits mit fünf Punkten zurück. Dann geschah ein kleines Wunder: Die erst 15-jährige Sandra Ittlinger brachte Sonthofen mit einer Aufschlagserie auf 8:9 heran.

«Ich war erst irre aufgeregt - und selbst überrascht, wie leicht es ging», sagt das eingewechselte Nesthäkchen, das mit einer Sondergenehmigung spielt.

Doch schon wenig später war der Puls der Spielerinnen wieder auf 180. Sonthofen lag mit 12:14 zurück. Die Aachener Fans schrien den erlösenden letzten Punkt herbei - und selbst Manager Graf hatte das Spiel innerlich abgehakt.

Campbell macht den Punkt

Aber das Team um Kapitän Lina Meyer, der insgesamt 21 Punkte gelangen, bewies Moral. Es kämpfte sich erneut heran und hatte nach 126 Minuten selbst Matchball. Und diesen verwandelte die neu verpflichtete Amerikanerin Norisha Campbell (29) gleich im ersten Anlauf mit einem platzierten Angriff. «Wir haben gekämpft bis zum Umfallen», meinte Lina Meyer.

Sätze, wie diesen sagte sie heuer zwar schon öfter. Doch diesmal war alles anders: Sonthofen hat nicht nur gekämpft, sondern endlich auch gewonnen.

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