Im Allgäu wird weniger gebaut - aber noch mehr als anderswo

Von Sibylle Mettler | Allgäu Ein Haus bauen oder umbauen - das haben in diesem Jahr weitaus weniger Allgäuer in Angriff genommen als vergangenes Jahr. Unterm Strich wird im Allgäu aber noch vergleichsweise häufig gebaut. Denn in manchen Gebieten - beispielsweise Oberallgäu, Kempten und Unterallgäu - beträgt der Rückgang der Baugenehmigungen nur bis zu zehn Prozent. In Memmingen steigen sie in diesem Jahr sogar an. Schwabenweit hingegen ließen Bauherrn laut dem Statistischen Landesamt in den ersten drei Quartalen hingegen ein Drittel weniger Wohnungen als im Vorjahr genehmigen.

Der Grund für den allgemeinen Rückgang ist nach einhelliger Meinung der Fachleute schnell ausgemacht: Die Eigenheimzulage ist Ende 2005 für Neubauten verringert worden, Ende 2006 fiel sie endgültig weg. Um noch in den Genuss der staatlichen Zuwendung zu kommen, mussten die Bauanträge bei den Kommunen bis 31.12. 2006 eingegangen sein. Nach Angabe von Susanne Kettemer, Pressesprecherin des Landratsamts Ostallgäu, reichten vor dem Stichtag 2005 noch sehr viele Häuslebauer Bauanträge ein. Die Gemeinden und Städte gaben diese dann laut Kettemer zeitverzögert im darauf folgenden Januar an das Landratsamt weiter.

Mehr Gewerbebauten

'Das verfälscht jede Statistik', stellt auch Manfred Lieb fest. Nach Angaben des Leiters der Bauverwaltung am Unterallgäuer Landratsamt liegen die Bauanträge aktuell zehn Prozent unter Vorjahresniveau. 'Die Wohnbebauung geht generell zurück. Die Gemeinden weisen weniger Bauland aus, die Zeit der großen Neubaugebiete ist vorbei', sagt Lieb. Anders bei Gewerbebauten.

Sie seien dafür verantwortlich, dass in Memmingen in diesem Jahr mehr gebaut wird als im Vorjahr. Der Leiter der Bauverwaltung, Franz Weigele, führt das auf die bessere Wirtschaftslage zurück. Auch im Unterallgäu und in Kaufbeuren steigt die bebaute Gewerbefläche an. 'In diesem Jahr stärker als in den vergangenen 20 Jahren', sagt der städtische Wirtschaftsförderer Peter Igel.

Wie stark gebaut wird, hängt aber nicht nur von Eigenheimzulage, Wirtschaftslage und anderen externen Faktoren ab. Sondern vor allem auch von der Attraktivität der Baufläche, bemerkt Bruno Dangel von der Kaufbeurer Bauverwaltung. 'Wenn gute Baugebiete ausgewiesen werden, werden sie auch angenommen', ist Dangel überzeugt.

In Kempten und dem Oberallgäu, wo die Zahl der Häuslebauer relativ stabil ist, macht man einen weiteren Grund aus: 'Aufgrund der Attraktivität des Standorts' werde fleißig weiter gebaut, sagt die Leiterin des Kemptener Bauverwaltungs- und Bauordnungsamts, Dr. Franziska Renner. Und warum im Oberallgäu so viele Baugenehmigungen beantragt und erteilt werden, beantwortet Landratsamts-Pressesprecher Andreas Kaenders spontan mit 'weil ‘s bei uns so schön ist.'

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