Ofterschwang
Hotel macht es auch den Mitarbeitern bequem

Zufriedene Mitarbeiter sorgen für zufriedene Gäste - und nur diese kommen im nächsten Urlaub wieder: Davon ist Michael Fäßler, Geschäftsführer des Hotels Sonnenalp in Ofterschwang, zutiefst überzeugt. Und so betrachtet er die jüngste Investition in Höhe von 5,1 Millionen Euro langfristig durchaus als rentabel: Zwei neue Mitarbeiterhäuser mit insgesamt 60 Wohneinheiten sind nahe dem Hotel entstanden. Im Oktober haben die Angestellten die Unterkünfte bezogen. Und sie scheinen zufrieden: «Wohnen ist Lebensqualität und Lebensqualität motiviert zum Arbeiten», sagt die 26-jährige Marie-Theres Meusburger.

Größtes Passivhausprojekt

Das Besondere an den Gebäuden: Es handelt sich um zwei Passivhäuser und laut Architekt Martin Unzeitig um das größte Passivbauprojekt im süddeutschen Raum. 500 Kubikmeter Holz wurden bei zwei Drittel Holzbauweise insgesamt verbaut. Die Wände der Gebäude sind fast 50 Zentimeter dick, um die Gebäude für die Dämmung nach Passivhausstandard wie in einen dicken Pullover zu packen. Energie wird aus Erdwärme (Geothermie) gewonnen. Eine Lüftungsanlage sorgt rund um die Uhr für Frischluft. Laut Architekt Unzeitig würden pro Appartement rund 30 Liter Öl im Jahr für Heizung und warmes Wasser ausreichen.

Nicht mehr lüften

«Energie wird immer teurer. Wir wollen vorausdenken und sind überzeugt: Das ist der richtige Weg», sagt Michael Fäßler. Für die Bewohner der Mitarbeiterhäuser bedeutet der Passivhausstandard umzudenken: «Für mich ist das schon ungewohnt, nicht zu lüften», sagt die 18-jährige Gabriela Gropper. Doch habe der Einzug bewirkt, dass sie sich jetzt mehr Gedanken zum Thema Energie mache: «Es schleicht sich unbewusst ein, dass man Elektrogeräte nicht unnötig laufen lassen sollte.»

Seit Jahrzehnten stellt die Sonnenalp Mitarbeitern Unterkünfte gegen eine moderate Miete zur Verfügung. «Gastronomen sind ein Volk der Wandervögel», sagt Fäßler. Die meisten jüngeren Mitarbeiter arbeiteten zwischen ein und drei Jahre im Hotel. Die Löhne in der Branche seien nicht allzu hoch, Benzin koste und gerade in Ferienregionen seien Mieten häufig recht teuer.

Für die Mitarbeiter bedeuteten die hoteleigenen Unterkünfte daher nicht nur Nähe zum Arbeitsplatz, sondern vor allem auch eine finanzielle Erleichterung. «Der kurze Weg ist toll, dadurch kann ich morgens länger schlafen», sagt der 25-jährige Giel Heinzelmann.

Nicht einfach war es laut Architekt Unzeitig, auf engstem Raum Nasszelle, Küchenzeile, Schlafgelegenheit und eine Sitzecke in den rund 23 Quadratmeter kleinen Appartements unterzubringen. Um sie möglichst funktionell und ansehnlich zu gestalten, war daher vorab in der Tiefgarage ein Musterappartement aufgebaut, das die Mitarbeiter besichtigen konnten.

Altes Haus wird abgerissen

Die alten Wohnhäuser direkt beim Hotel stehen inzwischen leer, das alte Grüntenhaus soll im Januar abgerissen werden. Geplant ist hier Gartenfläche, zudem soll die Hoteleinfahrt verlegt werden.

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