Hochstimmung in Sonthofen

Von unserem Redaktionsmitglied Werner Kempf, Sonthofen - Maske aufsetzen und auf Knopfdruck die Sau raus lassen - das liegt den Allgäuern weniger. Von der fünften Jahreszeit ist in der Region kaum etwas zu spüren. Karnevalstimmung aber am Samstag Abend in Sonthofen: Ausgelassen feierten die rund 300 Fans den 3:2 (23:25, 23:25, 25:23, 25:22, 15:12)-Erfolg der Zweitliga-Volleyballerinnen des TSV Allgäu Stern gegen die TG Biberach. Bei der knapp zweistündigen, teilweise hochklassigen Vorstellung beider Teams glich die Halle einem Tollhaus. Der Drittletzte aus Biberach überraschte mit einer ganz starken Leistung. Vor allem in der Annahme 'holten die Bälle, die eigentlich kaum zu kriegen sind', sagt Mannschaftsführerin Angela Mang. Die 2:0-Führung der Gäste war die logische Folge. Und als Biberach im dritten Durchgang mit 23:22 führte, fehlten nur noch zwei Punkte zur Sensation. Die verhinderte die eingewechselte Sandra Späth. Sie versenkte drei Angriffe in Folge im gegnerischen Feld. Das Spiel kippte, und Sonthofen gewann am Ende glücklich mit 3:2. Späth ging mit dem Vorsatz aufs Feld, 'Stimmung aufzubauen und die Mannschaft zu pushen'. Alle im Team sollten noch einmal richtig Gas geben. Dass ihr die drei entscheidenden Punkte der Partie gelungen sind, betrachtet sie als 'glückliche Fügung'.

Denn nach dem Anschluss zum 1:2 'hast du den Lauf und auch das Dusel, so ein Spiel noch zu gewinnen', sagt die 24 Jahre alte Medizin-Studentin. Gerade nach dem Satzausgleich gehe jede Mannschaft mit einem entsprechenden psychologischen Vorteil in den Tie-Break. Dass der Volleyball-Krimi im Entscheidungssatz dann doch noch ein Happy End für Sonthofen brachte, lag laut Späth auch an Cleverness und Routine ihres Teams. Ferner hätte die extrem gute Stimmung in der Halle dazu beigetragen, dass die Allgäuerinnen als Siegerinnen das Feld verließen. Und natürlich kam eine große Portion Glück für Sonthofen hinzu, sagt Gerd Kehm, einer der beiden Trainer der Biberacherinnen. Mitentscheidend für die Niederlage sei gewesen, dass seine Außenangreiferin Nicole Mayr im vierten Satz umknickte und ausgewechselt werden musste. Die nötige Umstellung im Team und einige umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen 'haben uns aus dem Konzept gebracht', so Kehm. Doch letztlich hätten leichte Eigenfehler in entscheidenden Phasen zum unglücklichen Ausgang geführt. Der knappe Sieg und der dramatische Spielverlaufs werde in Erinnerung bleiben, sagt Angela Mang. Denn dieses unter besonderen Bedingungen zustande gekommene Erfolgserlebnis könne man in einer ähnlichen Situation gegen einen anderen Gegner wieder abrufen und dann zum eigenen Vorteil nutzen. Wiederholen könnte sich auch die ausgelassene Stimmung auf den Rängen. Vielleicht schon im nächsten Heimspiel am 14. Februar gegen den Tabellenführer VC Wiesbaden. Bezwingt Sonthofen den Favoriten, dürfte abermals der Bär in der Halle tanzen. Eine Polonaise der Spielerinnen durch die Halle würde dann kurz vor dem Faschings-Höhepunkt die letzten Zweifel daran beseitigen, dass der Allgäuer ein stiller Zeitgenosse sei und Karneval nur im Rheinland stattfindet.

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