Handballer gleichen Zehn-Tore-Rückstand aus

Ottobeuren (mide). - 16 Minuten vor Schluss nimmt der TSV Ottobeuren eine Auszeit. Trainer Zoran Tosic schart seine Handballer um sich - er gestikuliert. Seine Spieler stecken die Köpfe zusammen und rufen zaghaft 'Sieg'. Die Gesichter spiegeln Fassungslosigkeit. 14:22 zeigt die Anzeigetafel - acht Tore Rückstand also gegen Forchheim, einen direkten Rivalen im Kampf gegen den Regionalliga-Abstieg. Forchheim zieht kurz danach auf 24:14 davon, und als TSVO-Akteur Markus Schneider es mit brachialer Gewalt versucht und dabei Spielkamerad Achim Wittlinger über den Haufen wirft, verlassen die ersten der etwa 500 Zuschauer die Halle. Sie verpassen die womöglich phänomenalste Aufholjagd, die es in der regionalen Handball-Geschichte je gegeben hat (siehe auch 'Die letzten zwölf Minuten'). Ob es Gäste-Trainer Gunter Wagner hat kommen sehen? Nach vier Ottobeurer Treffern in Serie zum 18:24 fuchtelt er wie wild mit den Armen, fordert weitere Tore. Sein Team, das eine Rote Karte weggesteckt und danach sehr gut kombiniert hat, gehorcht und trifft neun Minuten vor Spielschluss zum 18:25.

Lea (8) und Kerstin (10) stört das nicht - die beiden Mädchen brüllen die Gastgeber weiter nach vorne - mittlerweile sind die TSVO-Fans aufgestanden, wie fast alle, die geblieben sind. Optimismus versprüht außer den beiden Mädchen allerdings niemand. Es gibt keinen Grund dafür, Jubelgesänge anzustimmen, denn die Gastgeber sind in der zweiten Halbzeit (Pausenstand 11:13) völlig von der Rolle. Die Zuversicht kehrt zurück, als Johannes Lang in der 55. Minute per Siebenmeter zum 21:25 trifft. Lang war kurz zuvor beim Spielstand von 19:25 plötzlich aufgesprungen, hatte den Zeigefinger gehoben und prophezeit: 'Passt auf - wenn wir jetzt den Ball bekommen, gewinnen wir!' Der überragende Ottobeurer Schlussmann Armin Königsperger bekommt den Ball und hält auch alle weiteren, die danach noch auf sein Tor fliegen. TSV-Coach Tosic, der Königsperger beim Sieg gegen Spitzenreiter Oftersheim/Schwetzingen 'das Spiel seines Lebens' bescheinigt hatte: 'Königsperger hat uns wieder gerettet; aber was Jörg Müller-Loennies in der Defensive geleistet hat, das war auch überragend.' Im Gegensatz zur Offensive, die - nimmt man die letzten 13 Minuten aus - so gut wie überhaupt nicht stattfand. Tosic sah das ebenso und sagte nach Spielschluss: 'Wir müssen zufrieden sein, ich bin jedoch etwas traurig, dass wir nicht gewonnen haben. Die Tabelle verrät, warum: Aus drei Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsrang sind zwei geworden. TSV Ottobeuren: Königsperger, Gondro, Lang (5 Tore), Wittlinger (4), Polyfka (2), Döres, Schneider (7), H. Tschugg, Berkessel (2), Müller-Loennies (1), Kotschmar (3/2), More (1), Pearce.

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