Kempten
«Halten Sie ihrem inneren Schweinehund eine Wurst hin»

Günter ist träge. Günter mag Routine, Sicherheit, garantierten Spaß. Günter mag keine Experimente und schon gar nichts Neues. Günter ist der Schweinehund, der in uns allen steckt. Günter ist der Feind aller Ideen. «Aber wir können uns Günter auch zum besten Freund machen», behauptet Dr. med. Stefan Frädrich. Wenn wir Günter eine Wurst hinhalten, dann hebt er seinen Hintern. Und wir kommen zusammen mit Günter einen Schritt weiter. «Wurst» bedeutet in diesem Zusammenhang, ein Ziel genau benennen und konsequent anstreben, nicht zwischendurch auf dem Weg dorthin aufgeben.

Frädrich ist gelernter Mediziner und hat früher in der Ulmer Psychiatrie gearbeitet. Er kennt die ganzen Verknüpfungen im menschlichen Gehirn, weiß, wie unsere Nerven ticken und wie sich der Körper bei Erfolg selbst belohnt, etwa durch das Ausschütten einer kräftigen Portion Dopamin, einer Art Glückshormon. Seine Erkenntnisse hat er jetzt zum Abschluss der zehnteiligen Vortragsreihe «Allgäu Impulse 2009 - Von den Besten profitieren» im Kemptener Kornhaus vorgetragen.

Natürlich hat Frädrich als Arzt auch Rezepte parat, zunächst einmal für ein längeres Leben: 1. Rauchen Sie nicht! 2. Treiben Sie Sport (zweimal pro Woche eine halbe Stunde leichtes Schwitzen)! 3. Saufen Sie nicht zu viel (eine Halbe Bier oder ein Viertel Wein am Tag reicht)! Und 4. Essen Sie gesund! Klingt alles banal. Ist es auch. Haben wir alles schon mal gehört. Aber selten so amüsant serviert bekommen.

10000 Stunden üben

Auch was Frädrich über das Berufsleben sagt, was er über Führungsqualitäten und Strategien erzählt, klingt logisch: Bis man eine Sache wirklich perfekt kann, muss man 10000 Stunden üben. Das gilt für Fußballer wie für Geiger, für Maler wie für Handwerker, für Redner wie für Manager. Erst durch ständige Wiederholung schleift sich eine Handlung so sehr ein, dass sie automatisch ohne Ruckeln abläuft.

Nun kann nicht jeder alles gleich gut, auch wenn er noch so lange übt. «Jeder muss seine Stärken erkennen und diese ausbauen - wir brauchen Lukas Podolski als Torschützen, nicht als Redner», doziert Frädrich. Und man muss auch seinen eigenen Günter erkennen. Jeder hat einen anderen. Frädrich hat seinen inneren Schweinehund übrigens deshalb Günter genannt, weil es sein zweiter aber nie gebrauchter Vorname ist.

Keine Sekunde still

Schnellsprecher Frädrich reißt noch viele Aspekte des Zusammenlebens, des Führens in Betrieben, der Selbstmotivation und des Überwindens von Angst an diesem Abend an. Das macht er mit Witz und Tempo. Keine Sekunde steht der drahtige Mediziner still, malt ständig Kringel auf Flip-Charts und beamt Günter in allen Lebenslagen als Comic auf die Leinwand. Natürlich ist auch die Zeichnung von Günter mit der Wurst dabei.

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