Grimmige Gesichter zum Auftakt

Von unserem Redaktionsmitglied Michael Denkinger, Memmingen - Esad Kahric ist seit 1989 beim FC Memmingen. Deshalb kennt er auch das oberste Gebot im Verein: 'Die Bayernliga muss gehalten werden.' Das war vermutlich der Grund, warum Kahric nach dem 1:2 gegen Ismaning das Thema 'Abstieg' gleich von sich aus anschnitt: 'Ich bin optimistisch, dass wir die Klasse halten.' Gefragt hatte ihn niemand danach, was angesichts von weiterhin großem Vorsprung auf die Abstiegsniederungen der Liga eher nach Zweck-Pessimismus geklungen hätte. Kahric sagte den wichtigsten Satz der Clubgeschichte dennoch. Er tat dies wohl deshalb, weil er sich in der Pressekonferenz vielen Menschen ausgeliefert sah, die die Heimpleite 30 Minuten nach Ende der Partie noch immer mit grimmigen Mienen und Kopfschütteln quittierten. Dazu hatten sie - nimmt man ausschließlich die 90 Spielminuten als Maßstab - allen Grund. Die Memminger brachten gegen Ismaning kein Bein auf den Boden. Und weil die Gäste zwar engagierter zu Werke gingen, jedoch kaum Torchancen hatten, erlebten die Zuschauer im maroden Stadion an der Bodenseestraße, was sie nach Monaten Fußball-Abstinenz eigentlich nicht sehen wollten: Langeweile pur. 'Ein typischen 0:0-Spiel war das', sagte FCM-Libero Alexander Methfessel nach Spielschluss und fügte an: 'Aus nichts hat Ismaning zwei Tore gemacht.'

Unsicherheiten in der Abwehr Das erste Nichts schlug nach 30 Minuten hinter FCM-Tormann Dennis Rudel ein. Rudel selbst hatte zuvor vergebens versucht, mehrere Unsicherheiten seiner Vorderleute zu beseitigen, indem er den Ball aus der Gefahrenzone faustete. Statt über der Aschenbahn senkte sich die Kugel jedoch direkt auf den Fuß von Andreas Steinweg, der von der Strafraumgrenze ins gegnerische Netz traf. Nach der Pause agierte der FCM kurz energischer. Dem Team um Kapitän Robert Manz war anzumerken, dass es die Punkte nicht kampflos abgeben will. An diesem Nachmittag fehlten spielerische Fähigkeiten allerdings ebenso wie die nötige Durchschlagskraft. Kaum ein Spieler fand die nötige Bindung zum Spiel. Die Angriffsspitzen Axel Fuchsenthaler und Rainer Höbel blieben ebenso stumpf wie später Roland Burger und Herbert Veit; was freilich auch daran lag, dass es aus der Mittelfeld-Reihe kaum Unterstützung gab. Hilfe kam, als eigentlich alles zu spät war. Erst nach dem 0:2 von Holm Thies Kuebl, der Auswechslung von Ismanings Bestem Tobias Schweinsteiger und weiteren 15 Minuten, die ohne nennenswerte Szenen ins Land zogen, hatten die Gastgeber Möglichkeiten: Zunächst hämmerte Veit elf Minuten vor dem Ende über das Tordreieck, kurz danach blieb Fuchsenthalers Schuss an einem Ismaninger Abwehr-Bein hängen. Als Memmingens Aktivposten Methfessel vier Minuten vor Schluss einen Freistoß zum 1:2 versenkte, ging es zumindest zweimal vor dem Ismaninger Gehäuse turbulent zu. Um ein Haar wäre der Ball aus dichtem Gedränge zum Ausgleich im Ismaninger Netz gelandet. Verdient wäre das nicht gewesen - da waren sich FCM-Coach Kahric und sein Ismaninger Kollege Tom Sitter hinterher einig.

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