Goldmedaille nur für die Veranstalter

Füssen/Pfronten (mer). Es schwang schon etwas Wehmut mit, als der Präsident des Deutschen Gehörlosen Verbandes (DGSV), Franz Werner Broska, die Flagge des Europäischen Verbandes vom Fahnenmast in der Arena des Füssener Bundesleistungszentrums nahm. Zugleich das offizielle Ende der 8. Gehörlosen-Wintersport-Europameisterschaften. Ein Woche lang hatten sich über 300 Athleten aus 15 Ländern im sportlichen Wettkampf gemessen. Die Veranstaltung im Ostallgäu war mehr als nur Sport. Es zählten nicht nur die reinen Ergebnisse, sondern die individuelle Leistung jedes Gehörlosen. Da wurde die deutschen Eishockeynationalmannschaft trotz eines 2:21-Debakels im bedeutungslosen letzten Spiel gegen Finnland mit stehenden Ovationen für ihre errungene Bronzemedaille gefeiert. Oder die türkische Langlauf-Staffel der Männer beim Zieleinlauf mit einem Rückstand von einer halben Stunde von den Zuschauern begeistert empfangen. Kurzum: Die Gehörlosen feierten sich selbst und fühlten sich im Ostallgäu sichtlich wohl, was auch die Stimmung bei der Abschlussparty widerspiegelte. 'Uns ist das Herz aufgegangen, als wir hierher kamen', sagte der Präsident des europäischen Verbandes, Lennart Edwall, bei einem Empfang der Stadt Füssen. Er war auch voll des Lobes für die perfekte Organisation und Durchführung der Wettkämpfe durch den DGSV unter tatkräftiger Unterstützung durch den EV Füssen, SC Pfronten und SK Nesselwang. 'Wir werden die Region auch hinsichtlich einer möglichen deutschen Bewerbung um die Deaflympics 2011 im Auge behalten', hegte DGSV-Präsident Franz Werner Broska die Hoffnung auf ein Wiedersehen. Was hier geleistet wurde, sei vorbildlich. Ausbaufähig ist nach Broska die sportliche Leistung. Mit acht Bronzemedaillen belegte Deutschland im Medaillenspiegel den elften Platz. Erfolgreichste Nation war Russland, gefolgt von Italien und Tschechien oder besser gesagt Petra Kurkova. Die holte nämlich alle vier Medaillen für ihr Land in den alpinen Bewerben und war damit der Superstar der Europameisterschaften.

André Berger rettet Bronze Aus deutscher Sicht war neben den zwei Bronzemedaillen für den Oberstdorfer Matthias Becherer (Ski Alpin) der dritte Platz für das Eishockeyteam der Höhepunkt. In einem bis zur letzten Sekunde spannende Spiel sicherten sich die Deutschen durch einen Treffer des Füsseners André Berger mit dem 5:5 gegen Europameister Russland die erste Medaille bei einem internationalen Turnier. Gleichbedeutend mit der Qualifikation für die Deaflympics 2011 in Park City. 'Ich erhoffe mir durch den Erfolg einen Schub für unseren Sport', sagte Trainer Robert Erhard.

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