Gewerkschaften planen Kampagne gegen Leiharbeit

Von anna Feßler | Kempten Die Zunahme der Leiharbeiter in vielen Allgäuer Betrieben kritisierte gestern Werner Gloning, der Regionalvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Allgäu-Donau-Iller, bei der Jahrespressekonferenz der Allgäuer DGB-Gewerkschaften. 'Unser Slogan lautet: Sozial ist, was gute Arbeit schafft', sagte Gloning. Damit sei Arbeit gemeint, von der man Leben könne und die dem Beschäftigten soziale Sicherheit biete.

'Wir sind mit unseren Themen wieder in der Offensive', zog Gloning Bilanz über das vergangene Jahr. Auch in diesem Jahr werde sich der DGB unter anderen für mehr Gerechtigkeit, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie gegen Kinder- und Altersarmut einsetzen.

l Der stellvertretende Landesbezirksvorsitzende der Gewerkschaft nahrung-Genuss-Gaststätten, Peter Schmidt, kündigte für das Jahr 2008 eine Kampagne gegen 'das System Leiharbeit' an. 'Wir haben nichts dagegen, wenn mit Leiharbeitern zusätzliche Aufträge von Unternehmen aufgefangen werden. Wir wollen aber nicht, dass nach und nach Festangestellte durch Leiharbeiter ersetzt werden', sagte Schmidt. Ziel sei es mit den Arbeitnehmern Tarifverträge zur Leiharbeit auszuhandeln. 'Bei uns gilt: gleicher Lohn für gleiche Arbeit.' Außerdem bahne sich in der bayerischen Brauereiwirtschaft ein Streik an, so Schmidt. Davon seien dann wahrscheinlich auch alle Allgäuer Brauereien betroffen.

l Auch die IG Metall will mit einer großen Kampagne auf die Leiharbeiter-Problematik aufmerksam machen. 'Es gibt inzwischen Betriebe, da sind 44 Prozent der Beschäftigten Leiharbeiter', betonte der Bevollmächtigte der IG Metall für Kempten, Dietmar Jansen. Auch beim Thema Ausbildung will sich die Gewerkschaft intensiver einbringen: 'Wir sind der Meinung, wer nicht ausbildet, soll zahlen.'

l 'Die Fünf Prozent Lohnerhöhung der öffentlichen Arbeitgeber sei eine Irreführung der Öffentlichkeit', monierte Manfred Heeb, der stellvertretende Bezirksgeschäftsführer der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi). Die Beschäftigten sollten sich mit Arbeitszeitverlängerung und Anrechnung von tariflichen Leistungen ihre Lohnerhöhungen selbst finanzieren, so der Vorwurf von Verdi.

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