Flugplatz-Gesellschaft denkt über Auflösung nach

Memmingerberg (hku/gw). - Die Air+Park Allgäu (APA) als Betreiber-Gesellschaft für den geplanten Flughafen in Memmingerberg (Unterallgäu) wird sich auflösen, falls in Lagerlechfeld ein großer Regionalflughafen entsteht. 'Dann hat sich das Thema erledigt', sagt APA-Gesellschafter Wolfgang E. Schultz. Wie berichtet, soll der Bundeswehr-Flughafen Lagerlechfeld für den zivilen Luftverkehr freigegeben werden. Unterallgäuer Politiker klagen, dass diese Pläne nicht mit ihnen abgestimmt worden seien. 'Jetzt stehen wir wie begossene Pudel da', so Landrat Dr. Hermann Haisch. Die APA wollte am ehemaligen Bundeswehr-Standort Memmingerberg noch heuer mit dem Flugbetrieb beginnen. Durch die Entwicklung in Lagerlechfeld, die Ex-Bundesfinanzminister Theo Waigel eingefädelt und Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu weiter betrieben hatte, ist das Memmingerberger Vorhaben nun stark in Frage gestellt. Denn das wäre eine Konkurrenz in nächster Nachbarschaft. Jetzt gelte es, sich bei 'politischen Stellen' über die genauen Absichten kundig zu machen, so Schultz. Die APA hat für ihr Vorhaben bereits über 400000 Euro ausgegeben. Trotzdem seien die Überlegungen in Richtung Lagerlechfeld für ihn nachvollziehbar, sagt der Gesellschafter.

Wenn sich dort 'eine Option anbietet und es bei uns große Proteste gegen einen Regionalflughafen gibt, dann kann ich diese bayerische Sichtweise verstehen'. Landrat Haisch sah sich gestern bestätigt, weil er immer eine schwäbische Flughafen-Lösung in Lagerlechfeld favorisiert habe. Es handle sich erst um einen 'Prüfauftrag', dessen Ergebnis abgewartet werden müsse, schränkte die CSU-Landtagsabgeordnete Dr. Ingrid Fickler ein. 'Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Lagerlechfeld und Memmingerberg parallel nebeneinander existieren können.' Unabhängig von der weiteren Entwicklung in Lagerlechfeld gab es Unverständnis darüber, dass heimische Politiker nicht frühzeitig in die Gespräche eingebunden worden seien. Es sei für ihn 'befremdend', dass es in wichtigen Zukunftsfragen für die Region so wenig Abstimmung gebe, monierte der Memminger Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger. Kritik auch von Haisch: Die Glaubwürdigkeit der Politik leide, wenn auf 'höchster Ebene Gelder für Memmingerberg eingestellt werden, um dann alles über Nacht mit einem Handstreich zu kippen'. Eine ganz andere Stimmungslage herrschte beim Aktionskreis 'Stopp dem Fluglärm', der einen Memmingerberger Regionalflughafen verhinden will. Der Verein sei 'durchaus stolz' auf seine Arbeit, so Vorsitzende Gabriela Schimmer-Göresz. Noch sei es aber zu früh, um sich beruhigt zurückzulehnen. Die in einem Zweckverband zusammengeschlossenen Anrainer-Gemeinden des ehemaligen Bundeswehr-Standortes haben kürzlich eine Planung für das Areal vorgestellt, in dem die Fliegerei keinen Platz hat. Vorgesehen sind unter anderem Wohnungen und gastronomische Angebote. 'Doch konkret ist noch gar nichts', räumt Zweckverbands-Vorsitzender Gerhard Zettler ein.

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