Füssen
Fliegende Finger

Wenn es überhaupt eines eindrucksvollen Beweises bedurft hätte, dass Marcel Dorn und Stephan Weh auch in der Region, in der sie geboren wurden, ihre Fans haben, dann wurde er am Samstagabend im Festspielhaus am Forggensee erbracht. Mehr als 1000 Besucher kamen zum «Crazy Concert» der beiden Klavierspieler aus Kempten (Dorn) und Memmingen (Weh), die seit etwa 15 Jahren als «Pianotainment» unterwegs und mittlerweile in vielen Ländern zu Hause sind.

Den vermutlich zum größten Teil aus dem Allgäu stammenden Zuschauern gaben die beiden Pianisten in ihrem gut zweistündigen Programm nicht nur geografisch einen tiefen Einblick in die große weite Welt, sondern vor allem musikalisch. Mit ihrer «verrückten Show», wie sie sie selbst nennen, entführten Dorn und Weh das Publikum von Anfang an in die unterschiedlichsten Genres der Kunst auf den weißen und schwarzen Tasten.

Marcel Dorn und Stephan Weh tischten den Zuhörern unter anderem weltbekannte Hits wie die Titelmelodie des Filmklassikers «Der dritte Mann» auf. Weh begleitete seinen Partner dabei auf kuriose Weise: Er zupfte die Saiten des Flügels.

Zudem durfte das Publikum einem Treffen der Komponisten Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Liszt bei einem Gläschen Wein beiwohnen - beziehungsweise einer «Hommage an den Hopfensaft» von Johann Sebastian Bach amüsiert lauschen.

Musik zu Dias aus aller Welt

Dabei begeisterte «Pianotainment» immer wieder durch rasante Passagen, in denen die beiden Musiker ihre insgesamt 20 Finger nur so über die Tasten fliegen ließen, etwa bei dem Stück «Dizzy Fingers». Bei «Le Voyage» begleiteten sie eher kontemplativ die «Buenos Dias» (Dorn) des Fotografen Alexander Hentzsch aus allen fünf Kontinenten.

Zu einer weiteren Reise durch die Welt der Musik nahmen Weh und Dorn die Besucher auch nach der Pause mit, als sie ihnen ein Potpourri von bekannten Popsongs servierten. Zusätzlich konnten die Zuschauer ihr Wissen über die Lieder sowie deren Interpreten in einem nicht ganz ernst gemeinten Quiz testen.

Einiges Aufsehen erregte «Pianotainment», als Dorn seinen Partner Weh beim «Centrecourt Blues» begleitete, indem er die Klaviertasten mit zwei Tennisbällen anschlug. So war es letztlich kein Wunder, dass das Publikum eine Zugabe verlangte, die wiederum einen sehr langen und stürmischen Applaus nach sich zog.

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