Blütezeit
Fichten-Pollen können bei Allergikern nicht landen

Das Auto ist gelb. Saharastaub? Die Katze kommt gelb nach Hause. Eine Attacke der Nachbarskinder? Und die Gartenmöbel samt Terrasse hat irgendein Scherzkeks goldgelb gepudert. Es ist doch noch nicht 1. Mai? Was ist das für ein gelber Sand, der in den Putzwahnsinn treibt und woher kommt er? Ludwig Geitner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Immenstadt kennt den Täter. Der Feind, der die gelben Pollen verteilt, lebt sogar im eigenen Garten: die Gemeine Fichte.

«Angstblüte» nennen es Biologen, wenn die Fichte in kürzeren Abständen stark blüht. Nährstoffmangel, Wasserknappheit oder lange Kälteperioden sind der Grund. «Wir haben aber heuer nicht festgestellt, dass die Fichte Angst hätte und gerade verstärkt blüht», entkräftet Geitner als Leiter der AELF-Fachstelle Jagd, Naturschutz und Bildung den Eindruck, dass die Blüte heuer extrem wäre. «Das Wetter ist einfach nur herrlich perfekt für eine mögliche Vollmast.» Vollmast nennt man die Entwicklung von vielen Zapfen, die auf eine starke Blüte folgen. Die Gemeine Fichte blüht jährlich zwischen April und Juni. Doch eine Vollmast gibt es je nach Wetter nur im Abstand von drei bis vier Jahren. In Gebirgslagen erreichen die Bäume gewöhnlich nur alle sieben Jahre die volle Blüte.

«Wenn das Wetter passt, passt eben auch die Stimulation», weiß Geitner, der die Entwicklung der Fichten genau beobachtet. Wenn sich auf die Blüte viele Zapfen bilden, hat das Auswirkungen. Geitner: «Sexualität kostet Kraft.» Das heißt, dass der Baum die Energie in die Zapfen und Samen steckt und nicht in das Holzwachstum.

Das ist einerseits gut für den Wald, der sich mit einer neuen Samengeneration verjüngt und auch mehr Futter für Tiere bereithält. Andererseits ist es auch gut für den Borkenkäfer, der die von der Fortpflanzung geschwächten Bäume leichter befallen kann. Warmes, trockenes Wetter begünstigt die Vermehrung der schwärmenden Insekten zudem.

«Das muss man beobachten», sagt Geitner, der prophezeit: «Die Blüte kann schnell vorbei sein, wenn es regnet.» Für Allergiker sieht Geitner kein Problem: «Die Struktur der Blütenpollen ist zu groß. Die können bei Allergikern nicht landen.» Also landen sie weiter auf Autodächern, worauf deren Besitzer bisweilen allergisch reagieren. »Bayern

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