Allgäu
Fast 40 Jahre im Amt: Ein Pädagoge packt aus

Die letzten Abenteuer, die dem Mann (oder der Frau) geblieben sind in unserer heutigen Zeit, spielen sich in der Schule ab. Genauer gesagt hinter den Türen der Lehrerzimmer. Meint zumindest Hans Klaffl - pardon: Der Mann ist ja nicht nur Lehrer, sondern auch Künstler und schreibt diesen Allerwelts-Vornamen natürlich auf seine ganz spezielle Art und Weise. Gemeint ist Hans Klaffl, gebürtiger Oberbayer.

Nun denn, dieser Apostroph-Hans-Klaffl also kündigt hinter jener Tür das Leben in seiner intensivsten Form an, die für gewöhnlich kein Schlüsselloch besitzt, durch das die Schüler sich so gerne einen Blick gönnen würden. Klaffl weiß, wovon er spricht. Er ist Gymnasiallehrer, und das mit Leib und Seele, wie er beteuert. Er ist aber auch Kabarettist, und in dieser Funktion wagt er seit geraumer Zeit Erstaunliches: Er öffnet für sein Publikum diese geheimnisvolle Lehrerzimmertüre einen Spaltbreit. Was sich da Sensationelles auftut?

In seinem Programm «40 Jahre Ferien - ein Lehrer packt ein!», mit dem er am 13. Februar (20 Uhr) in der Häge-Schmiede in Wangen gastiert, verrät er es. Dann stehen nicht nur die Pauker in der Schule im Mittelpunkt des Geschehens, sondern ebenso die Schüler und Eltern, inklusive ihrer Eigenheiten.

Der Lehrer Klaffl reduziert seine Stundenzahl, schlüpft in der dadurch freigeschaufelten Zeit in die Rolle des professionellen Spaßvogels und schüttet Spott und Hohn über die Pädagogen. Ob das gut gehen kann? Ob man da nicht den ganzen Kollegenkreis des Freistaates gegen sich aufbringt? Sicherlich, erinnert sich der Musiklehrer, habe es zu Beginn seiner kabarettistischen Ausflüge kritische Stimmen gegeben und die Frage nahestehender Kollegen: «Muss das wirklich sein?» Nun ist es in aller Regel aber so, dass Bedenken und Warnungen die besten Antriebsfedern sind für Kabarettisten, Ideen zu produzieren und auf die Bühne zu steigen. «Das war bei mir auch so», gibt Klaffl zu. Inzwischen ist die anfängliche Skepsis einer Begeisterung gewichen. Jedenfalls tritt Klaffl nur selten in Sälen auf, in denen Stühle leer bleiben.

Der Mann ist angesagt - bei Lehrern, Eltern und Schülern. So sehr sogar, dass er seine Stundenzahl als Lehrer deutlich reduzieren musste. «Damit die Qualität des Unterrichts nicht leidet», wie er erklärt.

Die Schule als allbeherrschendes und mitunter brisantes Thema (heute mehr denn je), das kaum einen kalt lässt: Ja, ja, sagt Klaffl, so könne man das schon sehen. Schließlich sei fast jeder damit konfrontiert. Ein Blick in Hans Klaffls bunt gemischtes Publikum dient regelmäßig als Beweis.

Ach, beinahe hätten wir es vergessen. Aufzuklären wäre noch die etwas seltsame Schreibweise seines Vornamens Hans. Einen persönlichen Vorgriff auf die kommende Rechtschreibereform (die wievielte eigentlich?) nennt Klaffl sein Apostroph zwischen n und s.

Karten für den Abend mit Hans Klaffl am 13. Februar (20 Uhr) in der Häge Schmiede in Wangen gibt es unter 07522/74242.

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