Kempten
Familienfreundlichkeit lohnt sich auch für die Firma

Familienfreundlichkeit ist nicht nur eine tolle Sache für Mitarbeiter, die Beruf und Kinderbetreuung unter einen Hut bringen müssen. Familienfreundlichkeit lohnt sich auch für das Unternehmen. Denn ein flexibles Personalmanagement führt zu hoch motivierten Mitarbeitern, zu einer geringen Fluktuation unter der Belegschaft, zu weniger Fehlzeiten und einem gutem Firmen-Image. So lautet das Fazit des «15. Kemptener Hochschulforum Personalmanagement».

Wie Unternehmen mit gezielt personalpolitischen Maßnahmen dazu beitragen können, dass die Entscheidung für die Familie keine Entscheidung gegen den Beruf mehr sein muss - darum ging es beim diesjährigen Hochschulforum Personalmanagement. Ausrichter des Nachmittags war der Fachbereich Betriebswirtschaft unter Dekan Professor Dr. Peter Weis.

Zwei Beispiele aus der Region zeigten, dass der Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit im Betrieb einerseits und familienfreundlichen Arbeitszeiten und Betreuungangeboten für kleine Kinder andererseits gar nicht groß sein muss.

Karl Mayer, Prokurist und Personal-Chef beim Holzhaus-Hersteller Baufritz aus Erkheim (Unterallgäu), berichtete, wie das hervorragend funktioniert: Seit zehn Jahren gibt es in der Firma eine Betreuung für Kundenkinder, damit sich Mama und Papa in aller Ruhe ein Holzhaus aussuchen können.

Offen bis Mama Feierabend hat

Seit Knapp vier Jahren besteht eine regelrechte Kindertagespflegestätte für die Sprösslinge der Mitarbeiter. Kostenlos! Zwei ausgebildete Erzieherinnen kümmern sich um den Nachwuchs und bleiben so lange, bis die bei Baufritz beschäftigte Mutter (oder auch der Vater) mit der Arbeit fertig ist - auch wenns mal länger dauert. In den Ferien dürfen auch die Schulkinder der Mitarbeiter die Kindertagesstätte besuchen.

Die Vorteile dieser zunächst Kosten verursachenden Einrichtung: Baufritz verspürt eine sehr hohe Motivation der Mitarbeiter und eine positive Stimmung im Betrieb, die sich auch auf die Kunden übertrage. Die Image-Steigerung sei enorm und ein Vorteil bei der Suche nach neuen Fachkräften.

Ähnlich verhält es sich bei der Wohnungsgesellschaft BSG Allgäu in Kempten. Dort gibt es zwar keinen eigenen Kindergarten, aber äußerst flexible Arbeitszeitmodelle. Das ermöglicht Eltern, ihre Tätigkeit bei der BSG und die Aufgaben in der Familie zu vereinbaren. Tanja Thalmeier - seit 15 Jahren bei der BSG und heute Prokuristin - profitiert entscheidend davon.

Als ihre Tochter auf die Welt kam, nahm sie zweimal je ein halbes Jahr Elternzeit, bekam einen PC-Arbeitsplatz zu Hause installiert, stieg dann stufenweise wieder ein und arbeitet heute zu 95 Prozent. «Ich liebe meinen Beruf. Aber mein Mann und ich wollten auch ein Kind haben. Bei der BSG war dies möglich», freut sich die 33-jährige Prokuristin.

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