Lehrermedientag
Fake News, Hate Speech & Co: Allgäuer Zeitung informiert Pädagogen über die Gefahren im Netz

David Yeow und Stephan Michalik (stehend, von links) informierten knapp 40 Pädagogen im Allgäuer Medienzentrum in Kempten über die Gefahren, die im Internet lauern.
  • David Yeow und Stephan Michalik (stehend, von links) informierten knapp 40 Pädagogen im Allgäuer Medienzentrum in Kempten über die Gefahren, die im Internet lauern.
  • Foto: Matthias Becker
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Das Internet hält Wissen in unvorstellbarem Ausmaß bereit, mit ein paar Klicks kommen die Nutzer an Nachrichten aus aller Welt. Doch das Netz hat auch Schattenseiten. Verbreiter von Falschmeldungen wollen User bewusst manipulieren, Hassbotschaften können den Opfern schwere psychische Probleme zufügen. Um den Umgang mit solchen Gefahren ging es am Mittwoch im Allgäuer Medienzentrum in Kempten. Anlässlich des bayernweiten Lehrermedientages hat unsere Zeitung eine Fortbildung für knapp 40 Pädagogen aus der Region veranstaltet.

Die erste Anlaufstelle

Das Internet ist inzwischen die erste Anlaufstelle, wenn jemand tiefergehende Informationen zu einem Thema sucht, sagte David Yeow von all-in, einem Online-Portal unserer Zeitung. „Im Netz stößt man auch auf Quellen, die nicht unbedingt seriös sind. Bei Zeitungen oder Zeitschriften werden die Nachrichten dagegen von ausgebildeten Journalisten gewichtet und ausgewählt.“

Beispiele für Falschmeldungen gibt es zuhauf: So war im Internet zu lesen, dass Flüchtlinge Hunde schlachten und ein Weihnachtsgeld in Höhe von 700 Euro bekommen. Warum aber gelingt es den Verfassern solcher Texte, viele Menschen reinzulegen? „Wir glauben dem geschriebenen Wort. Außerdem ist der Fake immer populärer als die Aufklärung. Und um etwas richtigstellen zu können, muss das Opfer eines Fakes erst einmal mitbekommen, dass etwas passiert ist“, sagte Stephan Michalik von allgaeu.life, einem weiteren Online-Portal unserer Zeitung.

Und doch gibt es Möglichkeiten, um Falschmeldungen im Internet zu erkennen. Dazu zähle der gesunde Menschenverstand: Gegenüber vielem, was im Netz zu finden ist, „sollte man eine kritische Haltung haben“, sagte Michalik. Zudem gibt es Portale, die prüfen, ob Meldungen stimmen. Mimikama.at nannte Michalik als Beispiel. Dorthin könnten sich Nutzer wenden, wenn sie glauben, Fake News gelesen zu haben.

Eine schlimme Wirkung können auch Hassbotschaften im Internet entfalten. Uli Hagemeier, Redaktionsleiter der Allgäuer Zeitung, schilderte den Fall eines 16-jährigen Mädchens, das sich plötzlich stark veränderte und immer verschlossener wurde. Schließlich stellte sich heraus, dass es Angst vor einem Jungen hatte, der Videos ins Internet stellte und dabei Mitschüler beleidigte. In einem anderen Fall sei ein Mädchen sogar zum Selbstmord aufgefordert worden, sagte eine Pädagogin.

„Die Polizei kann nur einschreiten, wenn es eine Anzeige gibt. Doch das wird häufig nicht gemacht“, schilderte eine Kollegin ihre Erfahrungen.

Den Artikel finden Sie auch in der Donnerstagsausgabe der Allgäuer Zeitung vom 22.11.2018.

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