Irsee / Augsburg
Faible für Originalklang

Sein Faible für die Musik von Joseph Haydn erklärt er gerne damit, dass er selbst, wie der österreichische Komponist, auf dem Lande aufgewachsen sei, er sich Haydn und seinem Werk also wesensverwandt fühle. Wenn Bruno Weil Haydn dirigiert, sind denn auch tatsächlich Natürlichkeit, direkter Zugriff und der Verzicht auf jegliche Schnörkel zentrale Merkmale der Interpretation. Heute wird Bruno Weil 60 Jahre alt.

Pult-Mandarin Herbert von Karajan hielt einst die Steigbügel für Weils Dirigentenlaufbahn: Er hatte den jungen Weil bei einem Wettbewerb gehört. Und als Weil bei den Salzburger Festspielen für den großen Alten einsprang, war er über Nacht in aller Munde. Als das Theater Augsburg einen neuen Musikchef suchte, war es Karajan höchstselbst, der sich bei der Stadt für seinen Schützling verwandte. Weil wurde 1981 der damals jüngste Generalmusikdirektor Deutschlands und blieb acht Jahre lang.

Weil entdeckte den Reiz des Quellenstudiums, das Spiel auf Originalinstrumenten, die historisch fundierte Aufführungspraxis.

Im Kloster Irsee rief er 1993 mit «Klang & Raum» ein Musikfestival ins Leben, in dem er seither jeden Spätsommer mit Gleichgesinnten das klassisch-frühromantische Repertoire in exemplarischer Weise zur Aufführung bringt. Trotz seines Einsatzes für ein originales Klangbild ist Weil aber nicht zum Dogmatiker geworden.

In Augsburg hat der aus Rheinland-Pfalz stammende Weil mit seiner Familie seit langem Heimat gefunden. Von hier aus startet er zu seinen Projekten. An der Musikhochschule München hat er eine Professur für Dirigieren inne.

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