Allgäu
Erste Schritte einer Traumkarriere

Würde es den FC Bayern nicht geben, wären die Zeitungsredakteure vom Boulevard in der Landeshauptstadt arm dran. Keine fingerdicken Überschriften über einen wütenden Manager; keine täglichen Spekulationen, wer in der Mannschaft womöglich gegen den Trainer spielt; keine Neuigkeiten, welcher Spieler wieder die Freundin gewechselt hat. Der FCB ist in München jenes Stück Hollywood, das vor allem den Stammtischen regelmäßiges Futter liefert. Es gibt allerdings Spieler, die trotz des grellen Scheinwerferlichts, das auf Deutschlands erfolgreichsten Verein fällt, im Hintergrund bleiben. Zum Beispiel Holger Badstuber.

Der 20-Jährige aus Rot an der Rot gehört zum Stammpersonal von Trainer Louis van Gaal, und doch hat er bislang selten Interviews geben müssen. Am 2. Dezember nun hat man die Gelegenheit, den Unterallgäuer in einem längeren Gespräch zu erleben. Der Fußball-Profi gehört im Rahmen von «Memminger Köpfe 2009», einer Veranstaltung unserer Zeitung, zu den Gästen von Helmut Kustermann, dem Leiter der Lokalredaktion Memmingen. Platz nehmen wird Badstuber auf einem Sofa auf der Bühne des Maximilian-Kolbe-Hauses. Weitere Gäste an diesem Abend: Ex-Bundesligatrainer Egon Coordes (er wohnt in Buxheim und gehört dem Trainerstab des FC Bayern an), Restauratorin Pia Mayr, die nach dem Einsturz des Kölner Archivs bei der Bergung der Kulturgüter geholfen hat, Professor Christoph Höhnke, der von der Operation berichtet, bei dem einem Landwirt zwei Arme transplantiert wurden sowie Memmingens Oberbürgermeister Dr.

Ivo Holzinger, fast 30 als Stadtoberhaupt im Amt. Für Holger Badstuber ist sportlich so ziemlich alles nach Wunsch gelaufen in den letzten Jahren. Stammplatz in der FC-Bayern-Jugend, dann der Sprung in die dritte Liga bei FCB II. Berufungen in die U19-, U20- und U21-Nationalmannschaft. Schließlich die Nachricht, dass im Abwehrbereich des Bundesligateams ein Platz für ihn frei sei. So verlaufen Traumkarrieren. Und dennoch scheint er bemüht zu sein, den Ball flach zu halten. Spektakulär auf die Pauke zu hauen ist seine Sache nicht.

Weshalb er am Abend nach der 0:1-Niederlage der Bayern beim Hamburger SV, als kurz zuvor Bundestrainer Joachim Löw in Aussicht gestellt hatte, dass er sich Badstuber auch gut in der Nationalmannschaft vorstellen könne, im Gespräch mit unserer Zeitung nur lapidar meint: «Das ehrt mich, natürlich. Ich muss aber im Verein weiterhin gute Leistungen bringen. Alles andere lasse ich auf mich zukommen.»

Keine übertriebenen Erwartungen, keine leeren Versprechungen. Badstuber weiß, wie unberechenbar mitunter der Profifußball ist. Ein risikoreicher Job, der zwar prima bezahlt ist, aber eben auch nervenaufreibend und alleine am Erfolg orientiert. Bleibt der aus, wirds ungemütlich. Eine Stimmung, die Holger Badstuber in diesen Tagen intensiv zu spüren bekommt. Der Rekordmeister schwächelt.

Die Luft rund um das Trainingsgelände an der Säbener Straße wird immer dicker. Wie das ein junger Spieler erlebt, darüber wird Holger Badstuber am Abend im Maximilian-Kolbe-Haus vermutlich auch plaudern.

Karten im Vorverkauf für «Memminger Köpfe 2009» am Mittwoch, 2. Dezember (20 Uhr), im Maximilian-Kolbe-Haus gibt es unter 08331/109-117 sowie an der Abendkasse.

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