Erneute Verzögerung bei Neigetechnik-Ausbau

Kempten (mun). - Bei der Umsetzung des Bahn-Projekts Neigetechnik im Allgäu kommt es offensichtlich zu Verzögerungen. Nach Informationen des Oberallgäuer Grünen-Abgeordneten Adi Sprinkart hat die Deutsche Bahn den im vergangenen Jahr begonnenen Streckenausbau im Allgäu inzwischen gestoppt. Die Bahn hält sich mit Auskünften zurück, verweist auf Unsicherheiten wegen der unklaren Haushaltslage des Bundes. 'Wir werden uns auch eine weitere Verzögerung keinesfalls gefallen lassen', betont Toni Vogler, Chef des Regionalen Planungsverbandes. Nach Ansicht Sprinkarts will die Bahn durch die Verzögerungen beim Neigetechnik-Ausbau offensichtlich Druck auf Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu ausüben. Denn die Bahn verlange, dass Bayern endlich den Verkehrsdurchführungs-Vertrag unterschreibt.

Wiesheu dagegen bezeichnete diese Darstellung als 'hirnrissig und absoluten Blödsinn'. Tatsache ist nach Angaben eines Bahnsprechers in Frankfurt, dass bei dem Unternehmen derzeit zahlreiche Projekte auf Eis gelegt wurden. Ursache sei die Unsicherheit bei der Haushaltslage des Bundes einerseits durch die Lkw-Mautausfälle und 'die Reduzierung der Haushalts-Mittel für die Schienen-Infrastruktur überhaupt'. Im Bereich des Fernverkehrs könnten deshalb keinerlei Zusagen gemacht werden, 'weil wir nicht wissen, wie viel Haushaltsmittel zur Verfügung stehen'. Dementsprechend wäre insbesondere der Neigetechnik-Ausbau der Strecke München-Memmingen-Lindau vom Ausbau-Stopp betroffen. Der Allgäuer Planungsverbands-Chef Toni Vogler hatte sich Ende vergangenen Monats in einem persönlichen Brief an Wiesheu gewandt: 'Seit geraumer Zeit sickert durch, dass uns offensichtlich eine erneute Verzögerung ins Haus stehen soll und die fix terminierte Fertigstellung des Bauabschnitts I im Jahr 2006 nicht eingehalten werden könne', heißt es darin. Und weiter: 'Es darf doch nicht wahr sein, dass das Bahnprojekt Allgäu erneut verzögert wird.' Vogler unterstrich: 'Wir werden uns auch eine weitere Verzögerung nicht gefallen lassen - wer auch immer sie zu verantworten hat.'

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