Staatsanwaltschaft
Ermittlung wegen pornografischer Dateien: Ostallgäuer Priester vom Dienst freigestellt

Symbolbild.

Ein Priester im Ostallgäu wird verdächtigt, strafbare Pornos auf seinem Computer gespeichert zu haben. Die Kirche hat ihn vom Dienst freigestellt.

Die Staatsanwaltschaft Kempten hat ein Ermittlungsverfahren gegen den katholischen Geistlichen aus dem Ostallgäu eingeleitet. Auf dem Privatcomputer des Mannes sei pornografisches Material gefunden worden, bestätigte eine Behördensprecherin. Noch sei aber unklar, ob es sich dabei um einen strafbaren Besitz handelt.

In Deutschland sind beispielsweise der Besitz und die Verbreitung von kinderpornografischen Bildern oder Videos verboten. Pornografisches Material, das Erwachsene zeigt, ist in der Regel nicht verboten. Die auf dem Computer des Geistlichen gefundenen Inhalte würden derzeit noch geprüft, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Dem Vernehmen nach geht es dabei unter anderem um das Alter der gezeigten Personen.

Bistum Augsburg hat den Pfarrer vom Dienst freigestellt

Nachdem das Bistum Augsburg über die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen den Priester informiert wurde, hat der Generalvikar den Mann vom Dienst als Pfarrer freigestellt. Unabhängig davon gelte aber für den Pfarrer bis zum Abschluss der Ermittlungen die Unschuldsvermutung, heißt es in einer Mitteilung des Bistums.

In einer außerordentlichen Sitzung ist am Dienstagabend der Pfarrgemeinderat der betroffenen Kirchengemeinde im Ostallgäu über den Vorfall informiert worden. Der Pfarrer soll nicht dabei gewesen sein. Alle Mitglieder des Laiengremiums seien sehr betroffen, sagte die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats. Mehr noch: „Wir sind von seiner Unschuld überzeugt.“ Bestürzt zeigte sich auch ein Mitglied der Kirchenverwaltung: „Wir haben so lange gut zusammengearbeitet, er hat viele Menschen begleitet und unterstützt.“ Vielleicht sei der Priester ja in irgendetwas hineingeraten, gibt der Gläubige zu bedenken: „Er war schließlich nie ein PC-Fan.“ Das Ganze sei „menschlich sehr tragisch“. Einer treuen Kirchgängerin stehen Tränen in den Augen. Sie sagt: „Das gibt es doch gar nicht.“

Der Beschuldigte genießt in seiner Pfarrei im Ostallgäu hohes Ansehen

Der beschuldigte Priester, der früher auch einmal Dekan war, genießt in seiner Pfarrei hohes Ansehen. Im Bistum Augsburg erregte er jedoch immer wieder Aufsehen. Er gilt als kritischer Geist mit einer klaren Haltung, die ihm vor allem bei den Gläubigen in seiner Pfarrei Anerkennung und Respekt einbrachte. Er ist seit 36 Jahren als Seelsorger tätig, seit über 20 Jahren in der Ostallgäuer Kleinstadt.

Der vom Dienst freigestellte Pfarrer hat unter anderem seinen evangelischen Amtskollegen selbst über die Ermittlungen informiert. „Ich war am Dienstag bei ihm und habe mit ihm gesprochen. Es geht ihm sehr schlecht. Er ist derzeit nicht in der Stadt“, berichtet der evangelische Amtsbruder. „Ich kann es nicht verstehen und glaube auch nicht, dass da etwas dran ist“, sagt der evangelische Pfarrer.

Der örtliche Kaplan übernimmt nun die Koordination der Seelsorge in der Kleinstadt. „Wir müssen schauen, wie es jetzt weiterläuft. Die Gottesdienste finden zunächst alle wie geplant statt“, teilte der Kaplan mit.

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