ERC-Cracks spielen gratis

Sonthofen/Füssen/Kaufbeuren(mpf/az). - Nach dem Konkurs der EA Kempten drohen auch beim Eishockey-Bayernligisten ERC Sonthofen 1999 die Lichter auszugehen. Doch es gibt Zeichen der Hoffnung. Die Cracks des Traditionsvereins, der mit 60000 Euro in der Kreide steht und auf der Suche nach einem neuen Vorstand ist (wir berichteten), haben sich bereit erklärt, in der nächsten Saison kostenlos für den Verein die Eishockeystiefel zu schnüren, falls der Spielbetrieb weiter gehen sollte. Nachdem bekannt wurde, dass es schlecht um die Zukunft des Vereins mit seinen 350 Mitgliedern steht, haben sich die Spieler zusammen gesetzt, um einen Beitrag zu leisten, damit es weiter geht, sagt Andreas Weißenborn, mit 36 einer der ältesten Spieler im Team. Mit der Aktion soll der eine oder andere dazu bewegt werden, im neuen Vorstand mitzuarbeiten, der auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Mittwoch, 14. Juli, gewählt werden soll. Nahezu alle Spieler sind bereit, eine Saison lang kostenlos für den ERC 1999 in der Bayernliga zu spielen. Um zusätzlich Geld zu sparen, wollen wir auch auf die Verpflichtung eines Ausländers verzichten, lässt Weißenborn wissen. Entscheiden sei, den Verein am Leben zu halten. Denn es wäre eine Katastrophe, wenn die Nachwuchsarbeit beendet werden müsste. Findet der Verein keinen Vorstand und können die kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 11000 Euro nicht beglichen werden, würde der Club aus dem Vereinsregister gestrichen. Die Entscheidung der Spieler, keinen Cent für die neue Saison zu verlangen, nennt Weißenborn auch ein Zeichen der Kameradschaft und Verbundenheit zum ERC 1999. Auch auf einen Teil der Gehälter in Höhe von 6000 Euro aus der letzten Saison wollen Weißenborn & Co. verzichten. Der Rest soll in Raten nachgezahlt werden. Dadurch sei es möglich, die Schulden des Clubs weiter abzutragen. Dem ERC stehen zu den 60000 Euro Schulden weitere Forderungen von 21000 Euro ins Haus, die der ehemalige Schatzmeister des Vereins bei der Verwaltungsgemeinschaft Hörnergruppe in Fischen zugunsten der Clubkasse unterschlagen haben soll.

Reaktionen zum Aus der EAK Nicht mehr zu retten scheint dagegen die EA Kempten. Dazu äußerten sich die Verantwortlichen anderer Allgäuer Clubs: Bernhard Pohl, Präsident ESV Kaufbeuren: 'Ich kenne zwar die Verhältnisse in Kempten nicht genau, aber dennoch kommt das Aus für mich überraschend. Vor allem auch deswegen, weil nicht einmal mehr Bayernliga-Eishockey auf die Beine zu stellen ist. Was die Spieler des EAK angeht, werden wir wohl weniger profitieren, denn unsere Kaderplanungen sind schon weitgehend abgeschlossen. Um die Kemptener Zuschauer werden wir auf alle Fälle werben. Derzeit bestehen Überlegungen, speziell für EAK-Anhänger den vergünstigten Dauerkartenverkauf zu verlängern. Ich glaube schon, dass die Kemptener, die die Anfahrt nach Kaufbeuren in Kauf nehmen, bei uns tollen Eishockey-Sport geboten bekommen.' Jürg Tiedge, geschäftsführender Vorstand EV Füssen: 'Die Anstrengungen der Kemptener Eishockey-Anhänger um den Erhalt der EAK verdienen Respekt. Umso überraschender ist für mich das Aus: In einer Stadt wie Kempten müsste doch zumindest Bayernliga-Eishockey finanzierbar sein. Gut möglich, dass neben Eric Nadeau nun weitere EAK-Spieler den Weg nach Füssen finden. Dennoch gereicht uns der Abgang nicht zum Vorteil: die Derbys entfallen und die Zuschauer werden wohl kaum nach Füssen fahren.' Jürg Tiedge

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