Eine Waldhalla für Sport und Kunst

Wald(sg). - Sie riecht nach frischer Farbe und nagelneuen Bodenbelägen. Noch viel frischer aber ist der Wind, den die 'Waldhalla' in das 1100 Einwohner zählende Dorf Wald im Ostallgäu gebracht hat. Über sechs Jahre lang haben die Vereine von ihr geträumt: Einer Halle, in der sich Sport, Spiel und Gesang entfalten können. Im November 2003 erfuhr sie ihre Feuertaufe. Entstanden war ein Gemeinschaftswerk nicht nur für, sondern auch von Bürgern selbst geschaffen. Sie wagten Neues und haben gewonnen. Neue Wege wurden nicht nur in der Raumaufteilung, sondern auch bei der Finanzierung beschritten. Und Peter Frischmann, Vorsitzender des Sportvereins und Motor diese Projektes, kann nach vielen Hochs und Tiefs in der Planungsphase sagen: 'Alle Erwartungen wurden übertroffen.' Andere Gemeinden, die nacheifern wollten, informierten sich bereits in Wald, wie das Projekt 'Waldhalla' so gut gelingen konnte. Ganz bewusst, so Frischmann, seien in der 'Waldhalla' zwei getrennte Räume geschaffen worden. Im Unterschied zu anderen Mehrzweckhallen könne so dem Sport und der Kultur zur gleichen Zeit gefrönt werden. Bereits jetzt hätten die neuen Möglichkeiten das Sportangebot positiv bereichert, die Zusammenarbeit der Vereine sei stärker denn je. Das neue Raumangebot beflügelt den Tatendrang. Oft, so Frischmann, habe er sich während der vergangenen sechs Jahre zwar gefragt, ob sich all der Idealismus lohne. 'Wenn ich jetzt sehe, was herausgekommen ist, sage ich mir: Es wäre dumm gewesen, wenn wir uns die Mühe nicht gemacht hätten.' Innerhalb von zehn Monaten stand die 'Waldhalla', wie die Walder ihr Werk in Anlehnung an die 'Walhalla' liebevoll nennen. An Wochenenden und in den Abendstunden waren 150 freiwillige Helfer aus der Bürgerschaft im Einsatz; dies beschleunigte den Bau nicht nur erheblich, sondern sparte auch enorm Kosten. Und ließ Kritiker verstummen. Denn das Projekt 'Waldhalla' war umstritten. Zweifler hatten nicht daran geglaubt, dass der Sportverein als Bauherr das Projekt stemmen kann. Sie befürchteten eine zu starke Belastung für die Gemeinde.

Neue Wege bei Finanzierung Dabei hatten die Walder bei der Finanzierung neue Wege beschritten, um genau dies zu verhindern. Die Gemeinde kaufte von der Kirche den Grund und schloss mit dem Walder Sportverein im Rahmen des Erbbaurechts einen auf 30 Jahre befristeten Vertrag. Sie investiert 1,2 Millionen Euro und greift dem Sportverein bei der Zwischenfinanzierung unter die Arme, bis der Zuschuss des Landessportverbandes im Jahr 2007 fließen kann. Andere örtliche Vereine tragen in Form von Eigenleistung oder Spenden statt Miete die Kosten mit. Und auch der Landkreis hat mit 256000 Euro sein Scherflein beigetragen, die rund zwei Millionen Euro Baukosten zu decken. Inzwischen erfreut sich die Halle reger Nachfrage. Der Terminkalender ist gut gefüllt. Bürgermeister Josef Ampßler spricht von einer 'Riesenresonanz'. Allabendlich sei die Sporthalle belegt. Und auch der Gymnastikraum, in dem zusätzlich eine nicht bezuschusste geräumige Bühne untergebracht ist, wird eifrig für Veranstaltungen genutzt. Zurzeit probt dort die örtliche Theatergruppe. Spielleiter Hans Kalopp rechnet damit, dass bei den vier Aufführungen alle 280 Plätze belegt sein werden. Er schwärmt von den Vorzügen der 'Waldhalla'. In erster Linie nennt er aber einen: 'Man trifft sich jetzt in Wald.'

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