Eine tragische Aufeinanderfolge

Kempten (dam). - Es passiert beim Radlfahren, auf dem Spielplatz oder zu Hause: Durchschnittlich etwa alle 18 Sekunden benötigt in Deutschland ein Kind nach einem Unfall ärztliche Hilfe. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind jährlich rund 1,8 Millionen Kinder in einen Unfall verwickelt, über 500 von ihnen verunglücken tödlich. Im Allgäu sind in den vergangenen Wochen drei Kinder und Jugendliche auf tragische Weise ums Leben gekommen (wir berichteten). Laut dem Pressesprecher der Polizeidirektion Kempten Ulrich Hieber würden derartige Unglücksfälle in der Öffentlichkeit zwar besonders stark wahrgenommen. Eine prinzipielle Häufung von Unfällen mit Kindern und Jugendlichen im Allgäu sei aber dennoch nicht zu verzeichnen. 'Das war eine unglückliche Aufeinanderfolge von drei tragischen Fällen', sagte Hieber. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ereignen sich rund 46 Prozent tödlicher Unfälle mit Kindern im Straßenverkehr, etwa 23 Prozent geschehen im häuslichen Umfeld, sieben Prozent der Kinder verunglücken beim Sport. Im Bereich der Polizeidirektion Kempten sind im vergangenen Jahr 243 Kinder im Straßenverkehr verunglückt und erlitten Verletzungen, zwei Kinder kamen ums Leben. Auf dem Weg zur Schule waren im vergangenen Jahr 30 Kinder in einen Unfall verwickelt (eine Zahl, die laut Polizei in den vergangenen fünf Jahren auf diesem Niveau stagnierte). 'Auch nach den jüngsten tödlichen Unfällen können wir aus Polizeisicht keinen neuen Schwerpunkt erkennen, um etwa eine besondere Warnung auszusprechen', sagte Polizeisprecher Hieber.

Gefahren für Vorschulkinder Vor allem auf die Gefahren und Unfallrisiken im häuslichen Umfeld aufmerksam machen will die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) 'Mehr Sicherheit für Kinder'. Besonders gefährdet für Unfälle zu Hause sind Vorschulkinder bis fünf Jahre, deren Altersgruppe 55 Prozent der Verunglückten ausmacht. Häufige Unfallarten hier: Stürze (57 Prozent), Stoß/Zusammenstoß (21 Prozent) und Verbrennungen/Verbrühungen (8 Prozent). Nach Angaben der BAG könnten bis zu 60 Prozent aller Kinderunfälle durch vorbeugende Maßnahmen vermieden werden. 'Oftmals ist Eltern ein bestimmtes Risiko gar nicht bewusst. Wir wollen helfen und Aufklärung leisten', sagte die BAG-Pressesprecherin Karoline Becker. Wichtig sei etwa mit Kindern frühzeitig bestimmte Verhaltensweisen einzuüben (Straßenverkehr, Umgang mit Schere oder Messer). 'Gleichzeitig können sich natürlich auch Eltern ein sicherheitsbewusstes Verhalten antrainieren und ihren Kindern als Vorbild dienen', sagte Becker. Wie etwa beim Radfahren oder Inline-Skaten stets Schutzausrüstungen wie Helm, Knie-, Arm- oder Handgelenksschutz tragen. i Weitere Informationen im Internet unter der Adresse: www. kindersicherheit. de

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