Eine Chance auch für schwer vermittelbare Jugendliche

Durach(mic). - Die Schere zwischen Bewerbern und Ausbildungsplätzen klafft im Allgäu immer weiter auseinander. Allgäuweit stehen derzeit etwa 2560 unvermittelten Bewerbern lediglich 1600 unbesetzte Stellen gegenüber. Besonders schwer ist die Suche für schlecht qualifizierte Bewerber. Dennoch seien sich viele Firmen der gesellschaftspolitischen Bedeutung des Themas Ausbildung bewusst, sagte Peter Litzka, Leiter der Agentur für Arbeit Kempten, bei einem Besuch bei der 'Wilhelm Fischer Spezialmaschinenfabrik Gmb H' in Durach. Litzka nannte den Betrieb ein positives Beispiel für eine Firma, die auch schwer vermittelbaren Jugendlichen eine Chance gebe. Im Allgäu gibt es immer weniger Stellen für immer mehr Bewerber. Noch schwieriger ist die Situation für schlecht qualifizierte Bewerber. Die Duracher Firma Fischer bietet jedoch auch diesen Jugendlichen eine Chance. Der Betrieb fertigt Spezialmaschinen an, die Produkte verpacken, beispielsweise von Iglo, Nestlé, Osram, Tesa, Wagner oder Duracell. Fast immer handelt es sich bei den Maschinen um Sonderanfertigungen. Zurzeit lernen dort drei Azubis den Beruf des Zerspanungsmechanikers. Sie bearbeiten Werkstücke mit so genannten spanabhebenden Techniken, das heißt, sie drehen, fräsen und schleifen.

Von den 34 Mitarbeitern der Firma wurden 15 dort ausgebildet. Und auch heute noch bildet das Unternehmen laut Fertigungsleiter und Prokurist Karlheinz Wüst mit dem Ziel aus, die Jugendlichen anschließend zu übernehmen. Bei der Auswahl achtet der Prokurist auf das äußere Auftreten, die Zeugnisse und die persönliche Einstellung der Bewerber. Die Jugendlichen sollten motiviert und leistungsbereit sein. 'Wer aufhört, besser sein zu wollen, hört auf, gut zu sein', sagt Wüst. Doch haben hier auch schwer vermittelbare Jugendliche eine Chance. 'Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung und sollten einen sozialen Beitrag leisten', sagt der Prokurist. Daher arbeitet der Betrieb eng mit der Agentur für Arbeit zusammen. Im Frühjahr hat beispielsweise ein Jugendlicher aus Rumänien seine Ausbildung zum Teilzurichter abgeschlossen und ist übernommen worden. 'Der Junge hätte mit seinen Noten auf normalem Weg nie einen Ausbildungsplatz bekommen. Sie sollten einmal sehen, wie motiviert er jetzt arbeitet', sagt Wüst. Parallel erhielt der junge Rumäne 'Ausbildungsbegleitende Hilfe' (ABH) von der Agentur für Arbeit. Die Maßnahme ist laut Manfred Dorn, Leiter der Kemptener Berufsberatung, für Jugendliche mit massiven Problemen in der Ausbildung gedacht. 'Mir imponiert, dass das Unternehmen Leute nicht allein nach dem Zeugnis auswählt. Auch die bekommen eine Chance, die schlechtere Noten haben, aber leistungsbereit sind', sagt Peter Litzka.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2018