Kempten
Ein Stück Überlebenskampf

Zum Jahresbeginn haben die beiden Krankenkassen Barmer und Gmünder Ersatzkasse (GEK) fusioniert zur BARMER GEK. Dass es im Vorfeld gar nicht so einfach war, einen neuen Claim (Charakterisierung als Untertitel) zu finden, erläuterte jetzt Helmut Brandl, Regionalgeschäftsführer der BARMER GEK in Kempten den Mitgliedern des Marketing Club Allgäu.

Früher konnte sich die Barmer mit sieben Millionen Versicherten Deutschlands größte Krankenkasse nennen. Seit jedoch die Techniker Krankenkasse und die IKK Direkt 2009 zusammengegangen sind, war die Barmer nur noch die Nummer 2. Das änderte sich wieder durch die Fusion mit der GEK und ihren 1,8 Millionen Versicherten.

Die Barmer fühle sich wegen ihres Leistungskatalogs zwar als Branchenführer. «Aber wir dürfen in unserem Claim ja nicht sagen, wir sind Deutschlands beste Krankenkasse», so Brandl. Das sei erstens rechtlich nicht haltbar und zweitens nicht objektiv beweisbar. Also einigten sich die Verantwortlichen auf die Bezeichnung «BARMER GEK - die Gesundexperten».

Aufmerksamkeit erreichen

Weil also übermäßige Eigenwerbung im Titel nicht erlaubt ist, versucht die alte wie die neue BARMER in Fachblättern oder in Magazinen bei Tests immer gut abzuschneiden. Mit diesen Ergebnissen («Beste Dynamische Entwicklung» oder «Beste Bonus-/Vorteilsprogramme») könne die Kasse dann öffentlich Aufmerksamkeit erreichen.

Äußerst erfolgreich laufe auch die Aktion «Deutschland bewegt sich» zusammen mit «Bild am Sonntag» und dem ZDF. Deshalb wird dieses Marketing-Instrument weitergeführt. Heuer sei außerdem eine Werbeschiene mit Spielerinnen der deutschen Frauen-Fußball-Nationalmannschaft geplant.

Für die Kunden ändert sich nichts

Welche Auswirkungen hat nun die Fusion auf eine Regionalgeschäftsstelle wie Kempten? «Mit den Kollegen von der GEK in Kempten werden wir natürlich zusammenziehen», erklärte Brandl. Bis der Zusammenschluss völlig abgeschlossen sein wird, dürften noch einige Jahre vergehen - vor allem wegen der Umstellung der elektronischen Datenverarbeitung auf ein gemeinsames System. Für bisherige BARMER-Kunden ändere sich durch die Fusion nichts. Sie können auch ihre Versicherten-Karten behalten. Die GEK-Mitglieder bekommen neue Karten.

Brandl gab auch einen Überblick über die aktuelle Situation im Gesundheitswesen und wie der Gesundheitsfonds funktioniert. Danach meinte Ulrich Busch, Präsident des Marketing Club Allgäu, salopp: «Sie befinden sich im Kriegszustand.

» So schlimm sei es zwar nicht, sagte Brandl, aber ein Stück Überlebenskampf sei es schon, und es werde auch zu weiteren Fusionen unter den aktuell 170 Krankenkassen in Deutschland kommen.

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