Allgäu
Ein Star kehrt zurück in die Spur

Überflieger, Superstar, Alleskönner: Janne Ahonen hat sie alle schon verpasst bekommen, die Begriffe aus dem Bereich der Superlative. Der finnische Skispringer ist im nordischen Skisport in etwa das, was Lionel Messi derzeit für den Fußball darstellt. Ein Sportler, der in einer eigenen Liga zu Hause ist. Was Messi und Ahonen allerdings unterscheidet, ist das Alter. Hat der 22-jährige argentinische Kicker weite Teile seiner Karriere noch vor sich, liegt der Fall beim um zehn Jahre älteren Skispringer aus Skandinavien ein bisschen anders. Ahonen hatte 2008 schon einen Schlussstrich gezogen und sich mit einem leisen Servus vom aktiven Sport zurück gezogen. Um heuer den Rücktritt wieder rückgängig zu machen und beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee am 28. und 29. Dezember in Oberstdorf erneut anzugreifen. Natürlich mit der Blickrichtung, ganz vorne bei der Tournee zu landen.

Die Augen sind in Oberstdorf vor allem auf diesen Ausnahmesportler gerichtet, und nicht nur Stefan Huber, der Generalsekretär des Auftaktspringens reibt sich schon Tage vor dem großen Wettkampf vergnügt die Hände und ahnt: «Die Tournee wird spannend wie selten zuvor. Schließlich steigt eine lebende Legende wieder ein und fordert die jungen Wilden wie Gregor Schlierenzauer oder Anders Jacobsen heraus.»

Ahonens Rückkehr ist ein weiteres Beispiel für jene These, dass Spitzensport wie eine Droge wirken kann, von der man nicht so leicht loskommt. Jedenfalls spürte der introvertierte Finne nach einer einjährigen Pause: «Ich habe meine Motivation in dieser Zeit wieder gefunden.» Und er spricht von einer Art zweiten Chance, die er nun spürt und die er nicht ungenutzt verstreichen lassen will. Wie gesagt: Die Augen der Öffentlichkeit werden vor allem auf Ahonen gerichtet sein, obgleich der lieber auf der Schanze steht, als vor einer Kamera.

Wie das ist, ganz dort oben auf einer Schanze zu stehen, können in Oberstdorf in der Erdinger Arena übrigens auch die Besucher erleben. Im Rahmen zweier Führungen klettern die Teilnehmer im Skywalk-Park zwischen den Schanzen, dürfen mit Seilrutschen von einer Schanze zur anderen gleiten oder Probesitzen auf dem Startbalken der Normalschanze. Skisprung-Gefühl für jene, die für gewöhnlich auf den Zuschauerrängen stehen und die Springer bejubeln. Oder sich ärgern, wenn mal einer nicht die erhoffte Weite erreicht. Gut möglich, dass nach dieser Führung im Skywalk-Kletterpark das Verständnis für eine nicht so gute Leistung eines Sportlers viel größer ist als zuvor (Infos zu den Führungen unter: www.4schanzentournee. com

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