Ein Schildertyp für alle Radwege

Allgäu (mib). - Schluss mit dem Wirr-Warr: Wer im Allgäu mit dem Fahrrad unterwegs ist, darf sich schon bald auf eine einheitliche Beschilderung von Mindelheim bis zum Bodensee freuen. Darauf einigten sich die Landkreise Ost-, Ober- und Unterallgäu sowie Lindau. Federführend wurde dabei vom Ostallgäu ein Radwegekonzept erstellt, das nach und nach auch von den anderen Landkreisen und den kreisfreien Städten umgesetzt werden soll. Damit soll das Allgäu als Ziel für Radurlauber an Attraktivität gewinnen. 'Der Radfahrer macht nicht an der Landkreisgrenze halt', sagt Abteilungsleiter Wolfgang Kühnl vom Landratsamt Ostallgäu. Deshalb hätten alle Landratsämter und die Oberbürgermeister der kreisfreien Städte auf ein Schreiben von Ostallgäus Landrat Johann Fleschhut positiv reagiert. Vor einem Jahr war die einheitliche Beschilderung grundsätzlich beschlossen worden, nun geht es auf Fleschhuts Initiative an die konkrete Umsetzung. In Arbeit ist derzeit noch eine allgäuweit gültige Rad- und Wanderwegefibel, die nach Fertigstellung allen Landkreisen, Kommunen und Tourismusämtern ausgehändigt wird. Bei der Euregio-Vollversammlung Ende Mai wird diese offiziell präsentiert. Darin wird unter anderem der Schildertyp festgelegt, der dann im Laufe der Jahre durchgängig im ganzen Allgäu zu sehen sein wird. Nach den bundesweiten Richtlinien der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen sieht dieser folgendermaßen aus: Grüne Schrift auf weißem Untergrund - manchen Radlern wahrscheinlich schon von Ausflügen in der Gegend um Isny und Wangen bekannt. Die Leiterin der Euregio-Geschäftsstelle in Sonthofen, Birgit Wegner, ist stolz auf das bisher Erreichte: 'Es ist nicht selbstverständlich, dass so etwas allgäuweit funktioniert.

' Doch mit der Beschilderung allein ist es nicht getan. So wird im Auftrag des Landratsamtes Ostallgäu momentan ein Marketingkonzept sowie eine Internetpräsentation erstellt. Die Gesamtkosten des Konzeptes schätzt Kühnl auf 70000 Euro, die zur Hälfte aus 'Leader plus'-Fördermitteln der EU kommen sollen. Zusätzlich müssen die Kommunen die finanziellen Mittel für die neuen Schilder aufbringen, wobei auch hier der EU-Zuschuss 50 Prozent beträgt. Im Ostallgäu sollen die einheitlichen Schilder schon bis 2006 überall zu sehen sein. 'Ich gehe von einer schnellen Umsetzung aus', so Kühnl: 'Ein halbes Dutzend Gemeinden im südlichen Landkreis wartet nur auf den Startschuss.' In den anderen Landkreisen müssen sich die nicht motorisierten Zweirad-Fans wahrscheinlich noch ein wenig länger gedulden. Zwar betonen alle Verantwortlichen die Notwendigkeit des Projektes, doch sei die Umsetzung stark von der Kassenlage der Kommunen abhängig. 'Wir dürfen die Gemeinden nicht überfordern', so Eduard Stützle vom Landratsamt Lindau. Zudem habe im Ober- und Westallgäu momentan die Umsetzung eines Wanderwegekonzeptes Vorrang. Dieses wiederum wollen dann die Ostallgäuer später übernehmen. Auch Erwin Marschall, Wirtschafts- und Tourismusreferent im Landratsamt Unterallgäu, will sich noch nicht auf einen zeitlichen Horizont für die neue Beschilderung festlegen. 'Aus Kostengründen kann das jeweils nur Schritt für Schritt umgesetzt werden.' Einigkeit herrscht aber wieder, wenn es um das langfristige Ziel geht: 'Wir wollen das Allgäu für Radfahrer so bekannt machen wie es das Münsterland, die Bodensee- oder Donauregion heute schon sind', sagt Kühnl stellvertretend für seine Kollegen.

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