Kokain
Ein Jahr nach Kokainprozess: Verfahren gegen Kollegin von Allgäuer Drogenfahnder Armin N. eingestellt

Die Staatsanwaltschaft München I hat die Ermittlungen gegen eine 45 Jahre alte Polizeibeamtin aus Kempten wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingestellt. Es gebe nach den Ermittlungen keinen hinreichenden Tatverdacht, teilte Behördensprecher Peter Preuß gestern auf Anfrage mit. Einzelheiten nannte er nicht.

Die Polizeibeamtin, die ein Verhältnis mit dem (55) gehabt hatte, war ins Visier der Ermittler geraten, weil auf Kokain-Verpackungen DNA-Spuren von ihr gefunden worden waren. Daraufhin war das Ermittlungsverfahren gegen sie am 26. Juni 2014 eingeleitet worden. Die Ermittlungen hatten dazu geführt, dass die Beamtin vom Dienst bei der Polizei in Kempten suspendiert wurde.

Die Frau war bei den Ermittlungen gegen Armin N. wegen des Besitzes von 1,8 Kilogramm Kokain vernommen worden. Sie hatte seinerzeit gegenüber den Ermittlern gesagt, nichts über die Herkunft des Rauschgifts zu wissen. Auch habe sie nie etwas vom Kokainkonsum des Armin N. gemerkt oder das Rauschgift bei ihm gesehen.

Seit ihrer Suspendierung vom Dienst laufen die monatlichen Bezüge weiter. Obwohl das Strafverfahren eingestellt worden war, ist die Frau nicht wieder im Polizeidienst. Das behördeninterne Disziplinarverfahren gegen die Beamtin sei noch nicht abgeschlossen, sagte Polizeisprecher Hans Willbold vom Präsidium Schwaben Süd/West in Kempten.

Obwohl das Strafverfahren gegen die Frau eingestellt worden ist, könnte es ja disziplinarrechtliche Vergehen geben, 'die für ein Gericht keine Bedeutung haben.' Willbold rechnet nach eigenen Worten damit, dass die disziplinarrechtliche Prüfung der Angelegenheit noch ein bis zwei Wochen dauern wird.

Sechseinhalb Jahre Haft

Armin N. war wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und wegen des Drogenbesitzes zu einer sechseinhalbjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Zudem hatte das Gericht angeordnet, dass der drogenabhängige Mann 15 Monate nach Haftantritt für eine Therapie in einer Entziehungsanstalt untergebracht wird. Nie gänzlich geklärt wurde die Frage, woher das Rauschgift stammte. Armin N. hatte gesagt, er habe den Stoff vor mehr als zehn Jahren für Schulungszwecke von der Staatsanwaltschaft Kempten erhalten.

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