Kempten / Allgäu
Ein gewisser Spagat

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Wo soll das Allgäu im Jahr 2014 wirtschaftlich stehen? Und warum gerade dieses «krumme» Datum? Weil die Amtszeit der Regionalversammlungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben 2014 endet. Dann gibt es Neuwahlen. Bis dahin soll eine Reihe von Zielen umgesetzt sein. Diese stehen im «IHK-Positionspapier Allgäu 2014». Darüber sprachen wir mit den Spitzen der IHK in der Region.

Als «Gäste der Redaktion» nahmen an dem Gespräch im Kemptener Medienzentrum Allgäu teil: die Vorsitzenden der IHK-Regionalversammlungen Markus Brehm (Kempten/Oberallgäu), Gerhard Pfeifer (Memmingen/Unterallgäu) und Gerhard Schlichtherle (Kaufbeuren/Ostallgäu) sowie die IHK-Regionalgeschäftsführer Klaus Fischen (Kempten/Kaufbeuren) und Markus Anselment (Lindau/Memmingen).

Gleich vorneweg: Die IHK-Repräsentanten ließen sich nicht auseinanderdividieren. Die Frage, wo jeder Einzelne «seine» Teilregion in vier Jahren sieht, beantworteten die Gäste unisono. Pfeifer etwa meinte, man müsse die lokale Betrachtung verlassen und vielmehr die Vernetzung in der Region nutzen, um global bestehen zu können. Kernziel sei es, einen attraktiven Lebensraum im Allgäu zu schaffen für Menschen, die hier leben und arbeiten wollen.

Nicht nur das Ende Deutschlands

Dabei dürfe das Allgäu nicht nur als das Ende Deutschlands gesehen werden, sondern müsse sich auch für die angrenzenden Räume öffnen. «Die Wirtschaftsströme aus dem Allgäu laufen auch in Richtung Ulm oder München», gab Brehm zu bedenken. Zwar müsse einerseits der Standort Allgäu gestärkt werden. Andererseits dürften die Warenflüsse zu den Nachbarregionen und in die ganze Welt nicht vernachlässigt werden. Das sei laut Brehm für die Wirtschaft schon «ein gewisser Spagat».

Entscheidender Standortvorteil

Ein wichtiger Punkt, das Allgäu weiter nach vorn zu bringen, ist die flächendeckende Versorgung mit Breitband-Technik oder Richtfunk (schnelles Internet). Für Schlichterle geht es dabei «nicht ums Surfen im Netz, sondern um einen entscheidenden Standortvorteil.» Jede Firma, jedes Architekturbüro brauche heute einen leistungsfähigen Zugang zur schnellen Datenübertragung. Dieses Bewusstsein müsse, wie Anselment ergänzte, in einzelnen Kommunen erst noch geschaffen werden.

Was macht das Allgäu in Zukunft noch konkurrenzfähiger gegenüber anderen Regionen? Eine Bündelung der Kräfte zum Beispiel. So gebe es, wie Fischer erklärte, den Vorschlag, die Allgäu-Initiative und die Allgäu Marketing GmbH in einem gemeinsamen Verband zusammenzufassen.

Stichwort Neuansiedlung von großen Firmen: «Das macht im Moment keinen Sinn», sagt Pfeifer, und würde die Situation der bestehenden Unternehmen eher beeinträchtigen. Unterstützung von Gründern dagegen: «Ja».

Stichwort Regionalfonds für regionale Investitionen? Wäre wünschenswert, plädiert Fischer für diese früher bereits genutzte Möglichkeit, private Geldgeber für öffentliche Projekte (Müllheizkraftwerk Kempten, Sportstätten Oberstdorf) zu reaktivieren, etwa für den Bereich der regionalen Energiegewinnung.

B 12 und Elektrifizierung

Stichwort Verkehr: Die Region ist mit der Fertigstellung der A7 und der A96 hervorragend angebunden, ebenso durch den Allgäu-Airport Memmingen. Was noch fehlt, ist der vierspurige Ausbau der B12 zwischen Buchloe und Kempten sowie die Elektrifizierung der Bahn-Strecke Geltendorf-Memmingen-Lindau samt der Verlagerung des Inselbahnhofs aufs Festland nach Lindau-Reutin.

Und nach 2014? Prognosen zu machen sei heute viel schwieriger als noch vor ein paar Jahren, gibt Schlichtherle zu bedenken: «Kein Mensch kann seriös sagen, was in fünf Jahren ist »

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