Die Mädchen finden ihn so super

Oberstdorf (lulu) - Georg Späth (22) vom SC Oberstdorf hat bei der Vierschanzen-Tournee zusammen mit Michael Uhrmann die Hierarchie im deutschen Skispringen kräftig durcheinander gewirbelt. Plötzlich stand der Allgäuer im Rampenlicht der Medien, musste Interviews in einer Zahl geben, die er sich nicht mehr merken konnte. Bei RTL-Moderator Günther Jauch nebst Dieter Thoma durfte er gar vor laufenden Kameras vorsprechen. Aus der grauen Maus ist ein strahlender Held geworden, dessen ebenso strahlendes Lächeln schon zu einem Markenzeichen des sympathischen Allgäuers wurde, der sich trotz allen Medienrummels stets seine zurückhaltende Art bewahrt hat. 'Wir freuen uns sehr mit ihm', sagt Georg Späth senior. 'Aber nach seinen Erfolgen hat sich bei uns zu Hause nichts geändert'. Gut, die Fan-Post sei mehr geworden. Weit über 200 Zuschriften hat der Schorschi seit dem starken Auftritt bei der Tournee bekommen. 'Man glaubt gar nicht, was die Mädchen alles schreiben', sagt Vater Späth. 'Manche schütten ihr Herz aus, andere teilen ihre Probleme mit'. Ein Mädchen hat dem Schorschi einen Glückstein geschickt. Manche schreiben einfach nur, weil sie ihn so super finden. Noch musste Vater Späth keinen aufdringlichen Fan aus dem Garten vertreiben. Nach dem Auftakt-Springen der Tournee kamen Leute an das Haus der Späths neben der Schattenberg-Schanze und wollten Autogramme. 'Aber das macht man gern', sagt Vater Späth. Kürzlich kam ein langer Brief von ehemaligen Gästen der Späths, die in Oberstdorf eine Pension führen. Eine Familie aus dem Schwarzwald erinnerte sich an den kleinen Schorschi, den sie vor knapp 20 Jahren auch mal auf dem Schoß sitzen hatten. Dem Brief waren zwei Seiten mit Urlaubsfotos aus den 80-er Jahren bei den Späths beigelegt. Gäste aus Gelsenkirchen haben einen Ausschnitt aus der Zeitung geschickt, der den Schorschi auf dem Titelblatt nach Platz drei beim Springen in Garmisch zeigt. 'Alle haben damals angerufen. Das Telefon stand nicht mehr still', erinnert sich Späth senior. 'Den ganzen Tag und die halbe Nacht war Unruhe im Haus'.

Das Talent in die Wiege gelegt In Innsbruck dann, beim dritten Springen der Vierschanzen-Tournee, waren Vater Georg Späth und Mutter Marlene sogar live dabei, was normalerweise nicht der Fall ist. In der Regel kann Mutter Späth nicht weg, weil die Gäste in der Pension zu versorgen sind. 'Und alleine', sagt Vater Späth, 'fahre ich nicht mit. Ich will das mit meiner Frau erleben'. In der Regel sitzen die beiden daheim auf dem Sofa und drücken ihrem Schorschi die Daumen, leiden und freuen sich mit ihm. Seit kurzem hat sich Georg Späth in Oberstdorf eine eigene Wohnung eingerichtet. 'Zum Frühstück und zum Mittagessen kommt er', sagt Vater Späth, der sehr stolz ist. 'Ich bin jetzt 78 Jahre alt. Für mich ist es im Alter ein Glücksgefühl, eine große Bereicherung, wenn ich sehe, was der Schorschi alles leistet'. Das Talent hat er seinem Sohn in die Wiege gelegt. Er war Anfang der 50-er Jahre als Nordisch Kombinierter recht erfolgreich. Am Wochenende werden die Späths nicht daheim auf dem Sofa sitzen. Sie sind live dabei an der Skiflugschanze im Stillachtal. Und der Schorschi wird sich alle Mühe geben, seinen Eltern ein schönes Erlebnis zu vermitteln.

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